Europäische Wirtschaft auf Industrie angewiesen [DE]
Dienstleistungen seien zwar eine feine Sache, aber Europa brauche die verarbeitende Industrie, um wettbewerbsfähig und wohlhabend zu bleiben. Hierüber waren sich Vertreter der Industrie und der Kommission auf dem European Business Summit einig.
Dienstleistungen seien zwar eine feine Sache, aber Europa brauche die verarbeitende Industrie, um wettbewerbsfähig und wohlhabend zu bleiben. Hierüber waren sich Vertreter der Industrie und der Kommission auf dem European Business Summit einig.
Die verarbeitende Industrie ist für 75 % der EU-Exporte und 80 % der privatwirtschaftlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung verantwortlich, sagte Gert Jan Koopman, Direktor für Industriepolitik und wirtschaftliche Reform in der Generaldirektion Unternehmen während der Podiumsdiskussion zum Thema „European industrial base: Dead loss or new start?“.
Professor Robert Sugden von der Universität Birmingham fügte hinzu, dass die Industrie bessere Gehälter zahle und höher qualifizierte Arbeitsplätze anbiete als der Dienstleistungssektor. Als Beispiel führte er die entlassenen Arbeiter des Rover-Werkes in den englischen Midlands an. Laut einer Studie sind diese mit ihren neuen serviceorientierten Beschäftigungen, wie z.B. Fernkraftfahrer, welche uninteressanter und schlechter bezahlt sind, unzufrieden.
Der Vorstandsvorsitzende von Philipps, Gerard Kleisterlee, sagte, was ihn beunruhige sei nicht, dass die Industrie nur 15 % der europäischen Wirtschaft ausmache – die Zahlen der USA seien um 2 % niedriger – sondern die Struktur der europäischen Industrie. Zu viele Industrieanlagen seien veraltet, während zukunftsorientierte Industrien mit großen Wachstumspotentialen nicht die Aufmerksamkeit und Investitionen erhielten, welche sie seiner Ansicht nach verdienten. „Im Forschungsrahmenprogramm“, sagte Kleisterlee, „geben wir jedes Jahr € 600 Millionen für Biotechnologie aus. Gleichzeitig geben wir aber € 900 Million für den Tabakanbau aus. Wir müssen unsere Prioritäten richtig setzen.“