Finnische Premier sorgt mit Kampfjet-Ankündigung für Aufsehen
Die finnische Premierministerin Sanna Marin hat nach ihrem "Überraschungsbesuch" in Kyjiw im Vorfeld der Wahlen im April mit dem Vorschlag, Finnland solle mit der Ukraine über die Lieferung von Kampfflugzeugen sprechen, für Aufsehen gesorgt.
Die finnische Premierministerin Sanna Marin hat nach ihrem „Überraschungsbesuch“ in Kyjiw im Vorfeld der Wahlen im April mit dem Vorschlag, Finnland solle mit der Ukraine über die Lieferung von Kampfflugzeugen sprechen, für Aufsehen gesorgt.
Die Medien kritisierten Marin für ihren Besuch in der Ukraine so kurz vor den Wahlen, insbesondere für ihre Äußerungen über mögliche Gespräche über die Lieferung von Kampfjets durch Finnland an die Ukraine.
Auf ihrer Reise in die Ukraine sagte Marin, dass Finnland über die Lieferung einiger seiner 62 F/A-18 Hornet-Kampfflugzeuge sprechen könnte, da diese bald durch 64 F-35A-Kampfflugzeuge ersetzt werden sollen. „Die Gespräche befinden sich in einem sehr frühen Stadium“, fügte Marin hinzu.
Zu Hause in Finnland geriet Marin jedoch unter Beschuss, weil sie die Angelegenheit nicht zuerst mit der Regierung, dem Präsidenten oder dem Militär erörtert hatte, wie es ihre verfassungsmäßige Pflicht in Bezug auf sicherheits- und außenpolitische Angelegenheiten ist.
Finnland wartet derzeit noch immer auf die Ratifizierung seines NATO-Beitrittsgesuchs durch Ungarn und die Türkei: Präsident Sauli Niinistö hält sich derzeit in den USA auf, um über das Thema zu sprechen.
Es habe „keine Diskussion mit irgendjemandem [über die Spende] gegeben“, sagte Niinistö der Finnischen Nachrichtenagentur.
Verteidigungsminister Antti Kaikkonen erklärte gegenüber Ilta-Sanomat, er habe von Marins Überlegungen nichts gewusst und würde es vorziehen, wenn solche Gespräche nicht geführt würden, da diese Jets für Finnlands eigene Verteidigung benötigt würden.
Sowohl der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Antti Häkkänen, als auch der Vorsitzende des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten, Jussi Halla-aho, sollen überrascht gewesen sein, wobei Halla-aho kritisierte, dass solche unbestätigten Zusagen der Glaubwürdigkeit Finnlands schaden könnten.
Auch in den Verteidigungsstreitkräften sei das Thema nicht diskutiert worden, sagte der Kommandeur der Luftwaffe, Generalmajor Juha-Pekka Keränen, gegenüber Helsingin Sanomat. Die Hornets würden benötigt, bis die neuen F-35 um das Jahr 2030 einsatzbereit seien, fügte er hinzu.
Zudem wäre die Spende der Kampfflugzeuge eine komplexe Angelegenheit.
Denn die Lufttüchtigkeit der Hornets muss sichergestellt und auf den neuesten Stand gebracht werden, die Ausbildung der Piloten würde Zeit in Anspruch nehmen, und die Übergabe an die Ukraine würde die Zustimmung der USA erfordern.