Finnische Unternehmen kappen Geschäftsbeziehungen mit Russland

Große finnische Konzerne nehmen als Zeichen der Solidarität mit der Ukraine Abstand von allem, was mit Russland zu tun hat.

EURACTIV.com
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Nach den Statistiken des finnischen Zolls haben rund 2.000 finnische Unternehmen Geschäftsbeziehungen zu Russland. Die vorläufige Schätzung war, dass etwa 25 Prozent von ihnen von den Sanktionen betroffen sein würden. [EPA-EFE/KIMMO BRANDT]

Große finnische Konzerne nehmen als Zeichen der Solidarität mit der Ukraine Abstand von allem, was mit Russland zu tun hat.

Die K Group, ein Konglomerat von Einzelhändlern mit Hauptsitz in Helsinki und eines der größten Handelsunternehmen in Nordeuropa, kündigte am Montag an, keine russischen Produkte mehr zu kaufen und keine Lebensmittel mehr nach Russland zu exportieren.

Das Unternehmen beschäftigt rund 39.000 Mitarbeiter:innen in Finnland, Schweden, Norwegen, Estland, Lettland, Litauen, Polen und Weißrussland und ist auf die Bereiche Einzelhandel, Lebensmittel und Bauwesen spezialisiert.

Ein ähnlicher Schritt wurde von der S Group unternommen, einem kundeneigenen finnischen Netzwerk von Unternehmen im Einzelhandels- und Dienstleistungssektor. Das Unternehmen verfügt über mehr als 1.800 Filialen in Finnland sowie Reise- und Gastgewerbebetriebe in Estland und Russland. Es wird etwa fünfzig Artikel russischer Herkunft, darunter Textilien und Lebensmittel, aus seinen Regalen entfernen.

Finnlands Einzelhandelsmonopolist Alko hat am Montag einen ähnlichen Schritt unternommen und russische Produkte aus seinen Geschäften verbannt, obwohl diese lediglich 0,1 Prozent oder etwa 30 seiner Produkte ausmachen.

Viele Finn:innen haben ebenfalls auf den Einmarsch Russlands in die Ukraine reagiert, indem sie die 100 Tankstellen und 217 unbemannten Tankstellen von Teboil, einer Tochtergesellschaft des russischen Unternehmens Lukoil, boykottierten. Einige Gewerkschaften haben ihre Mitglieder:innen ebenfalls dazu aufgerufen, sich dem Boykott anzuschließen.

Neste, ein Ölraffinerie- und Marketingunternehmen, das sich zu 36 Prozent im Besitz der finnischen Regierung befindet, setzt auf aus der Nordsee stammendes Rohöl, um wird nicht mehr auf Rohöl aus Russland zurückgreifen. Etwa 80 Prozent des nach Finnland importierten Rohöls kommt aus Russland.

Nokian Tyres, einer der größten Reifenhersteller der Welt, produziert ein Grossteil seiner Erzeugnisse in der Nähe von St. Petersburg in Russland. Nach Angaben von Reuters wird das finnische Unternehmen einen Großteil seiner Produktion in die USA verlagern. Am Montag haben die Aktien des Unternehmens rund 25 Prozent ihres Wertes verloren.

Nach den Statistiken des finnischen Zolls haben rund 2.000 finnische Unternehmen Geschäftsbeziehungen zu Russland. Die vorläufige Schätzung war, dass etwa 25 Prozent von ihnen von den Sanktionen betroffen sein würden.