Finnland baut 260-Kilometer-Zaun an Ostgrenze
Finnland hat beschlossen, entlang 260 Kilometern seiner 1.300 Kilometer langen östlichen Landgrenze einen Zaun zu errichten, nachdem Norwegen und Estland ähnliche Maßnahmen ergriffen hatten.
Finnland hat beschlossen, entlang 260 Kilometern seiner 1.300 Kilometer langen östlichen Landgrenze einen Zaun zu errichten, nachdem Norwegen und Estland ähnliche Maßnahmen ergriffen hatten.
Auf Vorschlag von Ministerpräsidentin Sanna Marin hat sich eine Sitzung aller Parlamentsparteien am späten Dienstagabend (18. Oktober) einstimmig für die Errichtung eines Stahlzauns mit technischer Überwachung auf Vorschlag des finnischen Grenzschutzes entschieden.
Zunächst soll als Pilotprojekt ein etwa drei Kilometer langer Zaun um die Grenzkontrollposten im Südosten des Landes errichtet werden. Später wird der Zaun bis zu 260 Kilometer lang sein und soll innerhalb von vier Jahren fertiggestellt werden. Der genaue Preis wird auf etwa 1 bis 2 Millionen Euro geschätzt.
Der Zaun würde keine Invasion aufhalten, aber nach Ansicht von Grenzbehörden und Politikern hätte er eine Kontroll- und Steuerungswirkung im Falle eines Zustroms von Menschen, die versuchen, nach Finnland zu gelangen.
Ein solches Szenario wäre aufgrund von internen Konflikten in Russland oder absichtlichen hybriden Operationen möglich. Einen Vorgeschmack auf eine solche Situation gab es im Winter 2014-2015, als Russland beschuldigt wurde, Asylsuchende zu schicken, um die Widerstandsfähigkeit der finnischen Grenzen zu testen.
Im vergangenen Sommer trat nach heftigem politischem Ringen auch ein neues Gesetz in Kraft, nach dem es möglich sein wird, die Grenze unter außergewöhnlichen Umständen für immer zu schließen.