Finnlands Präsident hält NATO-Referendum nicht mehr für notwendig

Es gebe nun genügend Beweise dafür, dass die meisten Finn:innen der NATO-Allianz beitreten wollen, sagte Präsident Sauli Niinistö am Mittwoch gegenüber dem schwedischsprachigen Sender YLE, nachdem er noch vor einer Woche eine breite Umfrage zur Mitgliedschaft gefordert hatte.

EURACTIV.com
Finnish President Niinistoe  in Paris
Finnish President Niinistoe in Paris [CHRISTOPHE PETIT TESSON/EPA-EFE]

Es gebe nun genügend Beweise dafür, dass die meisten Finn:innen der NATO-Allianz beitreten wollen, sagte Präsident Sauli Niinistö am Mittwoch (31. März) gegenüber dem schwedischsprachigen Sender YLE, nachdem er noch vor einer Woche eine breite Umfrage zur Mitgliedschaft gefordert hatte.

Die Unterstützung für die NATO-Mitgliedschaft ist jetzt auf 61 Prozent gestiegen, wie eine von der Zeitung Helsingin Sanomat in Auftrag gegebene und am Donnerstag (31. März) veröffentlichte Umfrage zeigt. Nur 16 Prozent sind derzeit gegen den Beitritt des Landes zur NATO.

Der Sinneswandel des Präsidenten wurde von Matti Pesu, einem Senior Fellow am Finnischen Institut für Internationale Angelegenheiten, erläutert. In seinem Interview mit der Zeitung Uusi Suomi deutete er an, dass NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg Niinistö in den Gesprächen der letzten Woche versichert haben könnte, dass die NATO davon überzeugt sei, dass die öffentliche Unterstützung für eine Mitgliedschaft bereits vorhanden sei.

Eine neue Umfrage der Zeitung Keskisuomalainen zeigt, dass 75 Prozent der Finnen eine unverzügliche Erhöhung der Militärausgaben wünschen. Nur 9 Prozent lehnen eine solche Erhöhung ab.

Russland, das Finnland derzeit als freundlichen Staat betrachtet, würde das Land als feindlich einschätzen, wenn es dem Militärbündnis beitreten sollte, sagte Niinistö gegenüber YLE.