Fleisch in Fertigprodukten: EU-Verbraucherschützer fordern strengere Regeln
Für Fleisch in verarbeiteten Lebensmitteln soll es eine Pflicht zur Herkunftskennzeichnung geben, fordert der Umweltausschuss des EU-Parlaments. Kritiker der Kennzeichnungspflicht warnen hingegen, nur konsequente Kontrollen könnten Lebensmittelskandale verhindern.
Für Fleisch in verarbeiteten Lebensmitteln soll es eine Pflicht zur Herkunftskennzeichnung geben, fordert der Umweltausschuss des EU-Parlaments. Kritiker der Kennzeichnungspflicht warnen hingegen, nur konsequente Kontrollen könnten Lebensmittelskandale verhindern.
Das Europäische Parlament zieht Konsequenzen aus dem Pferdefleischskandal vor zwei Jahren und fordert eine verpflichtende Herkunftsangabe für weiterverarbeitetes Fleisch.
Einen entsprechenden Antrag für eine Ursprungskennzeichnung von Fleisch in verarbeiteten Lebensmitteln hat der Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit am Mittwoch trotz des Widerstandes aus den Reihen der CDU/CSU angenommen. Darin wird die EU-Kommission aufgefordert, einen Gesetzesvorschlag vorzulegen, in dem die Herkunftsangabe von Fleisch in allen Produkten klar geregelt wird.
Anfang 2013 wurden in verschiedenen europäischen Ländern als Rindfleischprodukte deklarierte Lebensmittel gefunden, die offensichtlich nicht angegebenes Pferdefleisch oder anderen Fleischsorten enthielten. Fehlende Informationen anhand der Lebensmittelkette erschwerten es, den Betrug zügig aufzudecken.
„Zur Lebensmittelsicherheit gehört Klarheit. Ich möchte wissen, wo das Fleisch herkommt, das ich esse“, lobte die SPD-Europaabgeordnete Susanne Melior, Mitglied im Umweltausschuss, den Antrag. Beim Rindersteak könne heute schon jeder Verbraucher nachvollziehen, auf welcher Weide das Rind graste. Laut einer EU-Kommissionsstudie halten 90 Prozent der Verbraucher die Ursprungsangabe von Fleisch für wichtig.
Für frisches Rindfleisch muss seit dem BSE-Skandal angegeben werden, in welchem Land die Tiere aufgezogen und geschlachtet wurden. Ab April 2015 gilt das auch für frisches Schweine-, Geflügel-, Schafs- und Ziegenfleisch. Allerdings bestehen diese Etikettierungspflichten bisher nicht für Fleisch in weiterverarbeiteten Produkten wie Sauce Bolognese oder Pizza. Das will eine Mehrheit im Europäischen Parlament nun schleunigst ändern.
Reine Symbolpolitik
Die CDU/CSU-Abgeordneten im Ausschuss unterstützen den Antrag des Parlaments nicht. Als „reine Symbolpolitik“ bezeichnet den Vorschlag hingegen Gesine Meißner, verbraucherschutzpolitische Sprecherin der FDP im Europäischen Parlament.
„Der Verbraucher hat nichts davon, wenn er weiß, dass das Fleisch in der Tiefkühl-Lasagne aus Frankreich oder Österreich kommt“, sagte sie. Es gebe in der EU hohe Standards für die Lebensmittelproduktion, die überall gelten. Diese müssten konsequent durchgesetzt werden um Lebensmittelskandalen vorzubeugen.
Im Dezember 2013 hatte die EU-Kommission einen Bericht vorgelegt, in dem die Möglichkeiten für die Herkunftsangaben bei weiterverarbeitetem Fleisch untersucht wurden. Die Angabe des Ursprungslandes wurde dabei als ein gangbarer Weg aufgezeigt. Darauf aufbauend fordert das Europaparlament, dass die EU-Kommission tätig wird und einen Vorschlag vorlegt.
Das Parlament wird voraussichtlich am 10. Februar 2015 in Straßburg über den Antrag abstimmen.