Frankreich: Grundwasserstände vielerorts unterdurchschnittlich

Wegen langer Dürreperioden liegen in Frankreich viele Grundwasserreserven unter dem für den Monat üblichen Durchschnittswert. Die Situation erhöht die Waldbrandgefahr und führt teils zu einer Verknappung des Trinkwassers.

EURACTIV.fr
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Die Winter- und Sommerregenfälle in Frankreich haben die Grundwasserspeicher, die bereits seit dem Sommer 2022 niedrig sind, nicht ausreichend gefüllt. [Shutterstock/Redaktion93]

Wegen langer Dürreperioden liegen in Frankreich viele Grundwasserreserven unter dem für den Monat üblichen Durchschnittswert. Die Situation erhöht die Waldbrandgefahr und führt teils zu einer Verknappung des Trinkwassers.

Die Winter- und Sommerregenfälle in Frankreich haben die Grundwasserspeicher, die bereits seit dem Sommer 2022 niedrig sind, nicht ausreichend gefüllt.

Laut der französischen Aufsichtsbehörde für das Grundwassermanagement (BRGM) sind bei fast zwei Dritteln der Grundwasserreservoirs die Füllstände besorgniserregend.

Etwa 68 Prozent der französischen Grundwasserreserven liegen demnach unter den monatlichen Durchschnittswerten, wobei 75 Prozent der Grundwasserreserven seit den letzten Messungen im Mai gesunken sind. Die BRGM kommt in ihrem Bericht zu dem Schluss, dass „die Situation weiterhin unbefriedigend ist.“

Fast die Hälfte der französischen Departements befindet sich laut VigiEau, einer am 11. Juli eingerichteten Regierungswebsite zur Überwachung des Wasserverbrauchs und zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit, „ganz oder teilweise im Alarmzustand.“

In Nordfrankreich herrscht weiterhin Trockenheit, während Sommergewitter im Süden die Trockenheit lindern. Die Bretagne, Nord- und Ostfrankreich sowie die Normandie sind besonders betroffen. Das Departement Moselle, das an Deutschland und Luxemburg grenzt, verzeichnet ein Wasserdefizit von 75 Prozent.

Im März hatte der französische Präsident Emmanuel Macron einen Wasserplan vorgestellt, der sicherstellen soll, dass alle französischen Bürger „Zugang zu qualitativ hochwertigem Trinkwasser für den Grundbedarf haben.“

Im Rahmen des Plans will die Regierung den landesweiten Verbrauch um zehn Prozent senken, die Trinkwasserversorgung sicherstellen, das Recycling nicht-konventioneller Wasserquellen wie Regenwasser oder Haushaltsabwässer verbessern und die Wasserspeicherung in Böden, Aquiferen und anderen Strukturen verbessern.

Macron sagte auch, dass er die Idee einer „progressiven Preisgestaltung“ unterstütze. Dabei handelt es sich um ein System, bei dem der Wasserpreis ansteigt, sobald ein Verbrauchsniveau erreicht wird, das als lebensnotwendig angesehen wird.

Die südliche Stadt Montpellier hat bereits mit dieser Art der Preisgestaltung experimentiert.

Die Stadtbewohner zahlen dort für die ersten 15 Kubikmeter Wasser nichts und dann 0,95 Euro pro Kubikmeter, bis sie einen Verbrauch von 120 Kubikmetern erreichen. Danach müssen sie 1,40 Euro pro Kubikmeter zahlen, bis sie 240 Kubikmeter erreicht haben, und danach werden bis zu 2,70 Euro pro Kubikmeter fällig.

Um die Franzosen bei der Senkung ihres Verbrauchs zu unterstützen, hat die Regierung die Website VigiEau eingerichtet, auf der die aktuellsten Regeln für den Umgang mit Wasser je nach Ort aufgeführt sind und die möglichen Bußgelder bis zu 1.500 Euro betragen können.

Hinzu kommt, dass 58 Prozent des französischen Wasserverbrauchs auf die Landwirtschaft entfallen.