Frankreich: Kommission genehmigt 300 Millionen Euro Subventionen für Atomkraft
Die Europäische Kommission genehmigte am Freitag (26. April) eine staatliche Beihilfe in Höhe von 300 Millionen Euro für den französischen Entwickler kleiner modularer Kernreaktoren Nuward. Damit soll die "Gesamtkohärenz" seines Projekts sichergestellt werden.
Die Europäische Kommission genehmigte am Freitag (26. April) eine staatliche Beihilfe in Höhe von 300 Millionen Euro für den französischen Entwickler kleiner modularer Kernreaktoren Nuward. Damit soll die „Gesamtkohärenz“ seines Projekts sichergestellt werden.
Die Gruppe der kleinen modularen Reaktoren (SMR) umfasst Reaktoren mit einer Leistung von zwei bis 300 Megawatt. Je nach Größe können diese Reaktoren einen sehr lokalen Strom- oder Wärmebedarf wie von isolierten Gemeinden oder Industrieanlagen decken oder sogar Kohle- und Gaskraftwerke ersetzen.
Mit dem in der Entwicklung befindlichen 300-Megawatt-Reaktor möchte die EDF-Tochter Nuward insbesondere dazu beitragen, die verbleibenden Kohlekraftwerke in Europa zu ersetzen.
Das Unternehmen strebt an, dass der „erste Beton“ 2030 gegossen wird und der Reaktor vor 2035 in Betrieb gehen kann. Das Timing entspricht mehr oder weniger den Zielen, die die EU-Kommission kürzlich formuliert hat.
Das Grunddesign
Der Kommission zufolge werde Nuward mit der genehmigten französische Beihilferegelung in die dritte Phase seiner fünfstufigen Entwicklung eintreten. Die Beihilferegelung soll zur Finanzierung der Forschungs- und Entwicklungsphase des „Grunddesigns“ bis Anfang 2027 dienen.
In dieser Phase gehe es darum, „in die Designdetails aller Ausrüstungen, aller Teile des Kraftwerks einzutauchen und ein vollständiges Modell des Kraftwerks zu erstellen“, erklärte Nuward gegenüber Euractiv.
„Gleichzeitig stellen wir sicher, dass die Gesamtkohärenz gewährleistet ist, dass alle Komponenten nach dem Zusammenbau den ordnungsgemäßen Betrieb mit der erwarteten Leistung garantieren. Am Ende werden wir in der Lage sein, einen Antrag auf Betriebsgenehmigung zu stellen, und wir werden die Entscheidung, in das erste Stück der Serie zu investieren, vorbereiten“, ergänzte das Unternehmen.
Anders ausgedrückt, zielt die Maßnahme darauf ab, die Module und Komponenten der künftigen kleinen modularen Reaktoren zu testen und auszuprobieren, um sicherzustellen, dass sie in industriellem Maßstab produziert werden können
Die Zuschüsse sollten auch dazu dienen, die Sicherheitsdemonstrationen vorzubereiten, die für die Genehmigung des Projekts durch die nationalen Behörden für nukleare Sicherheit erforderlich seien, fügte die EU-Kommission hinzu.
500 Millionen Euro insgesamt
Die jüngste Ankündigung folgt auf eine im Dezember 2022 angekündigte französische Beihilferegelung in Höhe von 50 Millionen Euro, mit der die zweite Entwicklungsstufe von Nuward unterstützt wurde.
Es wird erwartet, dass die öffentliche Unterstützung für die Initiative insgesamt 500 Millionen Euro erreichen wird. Dies geht auf die „Belfort-Rede“ des französischen Präsidenten Emmanuel Macron vom Februar 2022 zurück, in der er eine „Renaissance der Atomkraft“ ankündigte.
Das Unternehmen erklärte: „Dank dieser vom Staat gewährten Finanzierung für die Entwicklung des kleinen modularen Nuward-Reaktors profitiert Nuward von einer Unterstützung, die mit der seiner Wettbewerber, insbesondere der amerikanischen, vergleichbar ist.“
Die Industrie argumentiert, dass die kleinen modularen Reaktoren zu erheblichen Kostensenkungen in der Atomkraft führen werden. Zwischen den USA, Russland, China und Europa besteht ein internationaler Wettbewerb um die Führungsposition bei dieser neuen Technologie.
Unterstützung durch die Kommission
Die EU-Kommission hat kleine modulare Reaktoren zu einer zentralen Komponente ihrer Bemühungen um die Dekarbonisierung der EU-Wirtschaft bis 2050 gemacht. Sie unterstützt die entsprechende Industrieallianz, die im Februar dieses Jahres formell gegründet wurde.
Die Allianz wird wichtige sektorale Interessengruppen wie politische Entscheidungsträger, Vertreter der Industrie und der Zivilgesellschaft zusammenbringen. Dies soll ähnlichen Bemühungen zur Entwicklung von elektrischen Batterien, Solarenergie und Wasserstoff entsprechen.
Auch andere Hersteller wie das amerikanische Unternehmen NuScale sind im Rennen um den Einsatz von kleinen modularen Reaktoren in Europa. Das Unternehmen entwickelt derzeit einen Reaktor, den es bis 2029 in Rumänien in Betrieb nehmen möchte.
[Bearbeitet von Donagh Cagney/Alice Taylor/Oliver Noyan]