Frankreich muss bis 2035 dreimal mehr Erneuerbare bauen
Frankreich muss seinen Anteil an erneuerbaren Energien verdreifachen und seinen Energieverbrauch bis 2035 um ein Drittel senken, so der französische Stromnetzbetreiber RTE in seinem Ausblick für den Energiemix für die Jahre 2030 und 2035.
Frankreich muss seinen Anteil an erneuerbaren Energien verdreifachen und seinen Energieverbrauch bis 2035 um ein Drittel senken, so der französische Stromnetzbetreiber RTE in seinem Ausblick für den Energiemix für die Jahre 2030 und 2035.
Am Mittwoch aktualisierte RTE seine Prognosen für die Energiesituation Frankreichs bis 2030 und 2035 und bestätigte damit seine letzten Berechnungen vom Oktober 2021. Dabei wurden auch die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf die französische und die EU-Klimastrategie berücksichtigt.
Die neue Prognose steht auch im Einklang mit den jüngsten Projektionen, für eine emissionsfreie Energieerzeugung, die letzte Woche von der französischen Ministerin für die Energiewende Agnès Pannier-Runacher vorgestellt wurden.
Dies seien „sehr ehrgeizige, aber erreichbare“ Ziele, sagte Xavier Piechaczyk, Vorsitzender des RTE-Verwaltungsrats, zu den Vorschlägen von RTE für 2035. Diese zielen darauf ab, die Treibhausgasemissionen Europas bis 2030 um 55 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu reduzieren.
Für das Jahr 2030 fordert RTE eine Senkung des gesamten Energieverbrauchs um etwa 20 Prozent bis 2030 (1.300 TWh) und um etwa 30 Prozent bis 2035 (1.100 TWh) im Vergleich zu 2022 (1.600 TWh).
Um dieses Ziel zu erreichen und seinen Energiemix zu optimieren, muss Frankreich auf E-Autos umsteigen und bis 2035 640 bis 700 TWh klimaneutralen Strom erzeugen, im Vergleich zu 395 TWh heute, so RTE.
Es wird erwartet, dass hauptsächlich Erneuerbare Energien dafür herangezogen werden. RTE strebt ein Ziel von 270 bis 320 TWh bis 2035 gegenüber den heutigen 120 TWh an.
Im besten Fall rechnet RTE bis 2035 mit 110 TWh Solarstrom, 85 TWh Onshore-Windkraft und 65 TWh Offshore-Windkraft bis 2035.
Verglichen mit der derzeitigen Kapazität dürfte die Installationsrate der Solaranlagen dadurch mit der Deutschlands, bei der Onshore-Windenergie mit der Spaniens und bei der Offshore-Windenergie mit der des Vereinigten Königreichs Schritt halten.
Einhaltung der EU-Ziele
Die Prognosen von RTE stehen im Einklang mit der neuen EU-Gesetzgebung, die von den Mitgliedsstaaten bis 2030 einen Anteil von 42,5 Prozent an erneuerbaren Energien verlangt, bestätigt Pannier-Runacher.
Für die Kernenergie erwartet RTE, dass die Produktion bis 2030 400 TWh erreichen wird, wenn die Produktionsbedingungen bis dahin optimal bleiben.
In einem weniger optimalen Szenario, das die mögliche Schließung von drei Atomkraftwerken bis 2035 vorsieht, rechnet RTE mit einer Produktion von 360 TWh. Dieser Wert liegt unter dem Niveau vor Beginn der Energiekrise, als die französischen Reaktoren von Korrosionsproblemen geplagt wurden.
Während RTE darauf hinwies, dass Energieeffizienz und -versorgung ihren Teil dazu beitragen müssen, den französischen Energieverbrauch bis 2035 um 160 TWh pro Jahr zu senken, sagte Thomas Veyrenc, Mitglied des Exekutivkomitees von RTE, dass Flexibilität jetzt auch „eine Priorität ist, um unsere Versorgungssicherheit zu gewährleisten“.
In Bezug auf die Verbundnetze Frankreichs in der EU erklärte Veyrenc, dass diese nach wie vor unverzichtbar seien, da sie „enorme Vorteile in Bezug auf Sicherheit und wirtschaftliche Vorteile“ brächten.
Ohne sie wäre Frankreich nicht in der Lage gewesen, seine Kohlekraftwerke abzuschalten, und Deutschland wäre nicht in der Lage gewesen, seine Kernkraftwerke abzuschalten“, fügte er hinzu.
Mit anderen Worten: Energiesicherheit und das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage können nur durch eine „europäische Vision“ erreicht werden, schloss er.
Dem RTE-Bericht zufolge könnte die Stromerzeugung in der EU und im Vereinigten Königreich bis 2035 4.350 TWh erreichen. Deutschland, Frankreich, das Vereinigte Königreich und Spanien sind die größten Erzeuger.
Mehr Handel, sowohl Importe als auch Exporte, würden Frankreich demzufolge guttun, so der Übertragungsnetzbetreiber.