Französische grüne Industrie sichert sich Milliardenhilfen

In der vergangenen Woche wurden der französischen Industrie mehrere Milliarden Euro an öffentlichen und privaten Finanzmitteln zur Verfügung gestellt. Damit wurden die Bemühungen Frankreichs, seine Industrie neu zu beleben und zu dekarbonisieren, intensiv vorangetrieben.

EURACTIV.fr
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In diesem Jahr stand die Industrie besonders im Mittelpunkt. Der stellvertretende Minister für Industrie und Energie, Roland Lescure (r.), stellte zehn Projekte vor, die mit 42 Millionen Euro staatlich gefördert werden. Alle stehen im Zusammenhang mit dem ökologischen Wandel, vier betreffen jedoch direkt die Dekarbonisierung der Industrie. [European Union 2023]

In der vergangenen Woche wurden der französischen Industrie mehrere Milliarden Euro an öffentlichen und privaten Finanzmitteln zur Verfügung gestellt. Damit wurden die Bemühungen Frankreichs, seine Industrie neu zu beleben und zu dekarbonisieren, intensiv vorangetrieben.

Wie in den vergangenen Jahren nutzte die französische Regierung die jährlich in Paris stattfindende europäische Tech-Messe Vivatech, um die neuesten Fortschritte ihres Investitionsprogramms für den ökologischen Wandel bekannt zu geben.

In diesem Jahr stand die CO2-Reduzierung in der Industrie besonders im Mittelpunkt.

Der stellvertretende Minister für Industrie und Energie, Roland Lescure, stellte zehn Projekte vor, die mit 42 Mio. EUR aus dem jüngsten Förderprogramm „First Factory“ unterstützt werden.

Es handelt sich um die fünfte Vergabe im Rahmen des Programms „First Factory“, das seit seinem Start im Januar 2022 bereits 293 Millionen Euro an Subventionen für 66 verschiedene Projekte vergeben hat.

Die 10 angekündigten Projekte stehen alle im Zusammenhang mit dem ökologischen Wandel, vier davon befassen sich jedoch direkt mit der Dekarbonisierung der Industrie. Die Industrie ist derzeit für rund 18 Prozent der Treibhausgasemissionen in Frankreich verantwortlich.

Das Projekt „Ballons“ in der Vosges Regionwird einen biobasierten Kohleersatz für die Silizium- und Metallindustrie entwickeln. Das Biogasunternehmen Deltalys plant die Vorteile der Kreislaufwirtschaft nutzen, um im Rahmen des Projekts „Puri-fab“ neue Filter für Biogas herzustellen.

Zwei auf Wasserstoff basierende Projekte wurden ebenfalls ausgezeichnet. Die sich die Entwicklung von Brennstoffzellen-Stromgeneratoren und von Stahl aus kohlenstofffreiem Wasserstoff zum Ziel gesetzt haben.

Das Förderprogramm ist dem breiter angelegten Programm „Frankreich 2030“ verankert, mit dem über einen Zeitraum von fünf Jahren 54 Milliarden Euro an öffentlicher Unterstützung für Innovation, industrielle Erneuerung und Dekarbonisierung bereitgestellt werden sollen.

Im Rahmen der Dekarbonisierung der europäischen und französischen Wirtschaft hat der französische Präsident Emmanuel Macron im Oktober letzten Jahres ein Gesetz mit dem Namen „grüne Industrie“ erlassen. Es zielt darauf ab, bis 2030 die bestehende Industrie zu dekarbonisieren. Außerdem soll es die Ansiedlung von Fabriken für saubere Technologien erleichtern.

Das Gesetz steht im Einklang mit dem am Montag (27. Mai) endgültig verabschiedeten europäischen Gesetz zur Förderung grüner Industrien. Letzteres ist das wichtigste Instrument der EU, um die grüne Industrie in Europa zu halten und die Abhängigkeit von Importen aus Konkurrenzländern zu verringern.

EU-Kommission genehmigt staatliche Beihilfen

Am Freitag (24. Mai) genehmigte die Kommission beispielsweise eine staatliche Beihilfe der französischen Regierung in Höhe von vier Milliarden Euro. Damit soll die Elektrifizierung von industriellen Prozessen und eine höhere Energieeffizienz unterstützt werden.

Wasserstoff wird entscheidend für die Dekarbonisierung von Industrieprozessen sein. Aus diesem Grund genehmigte die Kommission am Dienstag (28. Mai) weitere staatliche Beihilfen in Höhe von 1,4 Milliarden Euro für das Vorhaben von gemeinsamem europäischem Interesse Hy2Move. Dieses ist das vierte seiner Art in der Wasserstoff-Wertschöpfungskette. 13 Projekte erhalten staatliche Beihilfen in Europa. Sieben davon sind in Frankreich angesiedelt.

1,3 Milliarden Euro für elektrische Batterien

Die Autoindustrie bleibt eine französische Priorität. Im Rahmen der Re-Industrialisierung der EU hat sich Frankreich das Ziel gesetzt, bis 2030 zwei Millionen Elektro- und Hybridautos im eigenen Land zu produzieren. Batterien machen einen großen Teil des wirtschaftlichen Wertes dieser Tätigkeit aus.

Ein französisches Start-up-Unternehmen von Elektrobatterien erhielt am Freitag (24. Mai) einen Kredit in Höhe von 1,3 Milliarden Euro. „Es handelt sich um eine noch nie dagewesene Mobilisierung von öffentlichen und privaten Mitteln“, schrieb Roland Lescure auf X.

Nachdem das französische Unternehmen im September zwei Milliarden Euro gesammelt hatte, kann es nun seine Fabrik in der Nähe von Dünkirchen in Nordfrankreich bauen. Es möchte dort ab 2025 Batterien im Umfang von 16 Gigawattstunden pro Jahr herstellen. Dies entspricht 200.000 bis 300.000 Batterien mit einer Kapazität von 50 bis 90 Kilowattstunden pro Jahr, wie der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Benoit Lemaignan, erläuterte.

Letztendlich könnte die Produktionskapazität 50 Gigawattstunden pro Jahr erreichen, hatte er erklärt.

[Bearbeitet von Donagh Cagney/Alice Taylor/Kjeld Neubert]