Französischer Botschafter rechtfertigt EP-Sitz in Straßburg [DE]

Straßburg habe weiterhin einen großen symbolischen Wert, so der EU-Botschafter Frankreichs, Pierre Sellal, im Hinblick auf den wachsenden Widerstand gegen den französischen Sitz des Europäischen Parlaments.

Straßburg habe weiterhin einen großen symbolischen Wert, so der EU-Botschafter Frankreichs, Pierre Sellal, im Hinblick auf den wachsenden Widerstand gegen den französischen Sitz des Europäischen Parlaments.

Eine Million Unterschriften unter eine Petition für nur einen EP-Sitz und die kürzliche Kritik von Kommissarin Wallström (siehe EURACTIV vom 7. September 2006) haben den französischen Botschafter bei der EU, Pierre Sellal, zu einem exklusivem Interview mit EURACTIV bewegt, in dem er die französische Position zu der hitzigen Debatte über die Sitzfrage des Europäischen Parlaments erläutert.

Sellal sagte, es sei in keiner Weise offensichtlich, warum alle Institutionen, Organisationen und Agenturen der Europäischen Union zentral in Brüssel angesiedelt sein müssten.

Für den Botschafter sei der historische Wert Straßburgs als ein Symbol des Friedens und der deutsch-französischen Aussöhnung immer noch aktuell und sogar mit der Zeit noch gewachsen. Die Erfahrung in Europa zeige, dass auch heutzutage Frieden und Demokratie nicht auf ewig garantiert seien, sagte Sellal.

Sellal argumentierte zudem, dass Straßburg sowohl als Sitz des Europäischen Parlaments als auch als Sitz des Europarates die “parlamentarische Hauptstadt Europas“ geworden sei. In Straßburg erhalte das Parlament die bestmögliche Sichtbarkeit, was die Legitimität des Parlaments, das als einziges EU-Organ direkt gewählt wird und somit die Unterstützung der Öffentlichkeit erhalte, unterstreiche und es von den anderen Institutionen, die als bürgerfern und ungreifbar gelten, unterscheide.

In dem Interview betonte Sellal auch das große öffentliche Interesse an der ersten Lesung der Dienstleistungsrichtlinie Anfang des Jahres in Straßburg. Die Hauptstadt des Elsass war damals von tausenden aufgebrachten Demonstranten bevölkert worden.

 

 

Lesen Sie das ganze Interview (auf Französisch).