Gas für Deutschland: US-Firma schließt Vertrag mit Katar
QatarEnergy und das amerikanische Unternehmen ConocoPhillips haben einen 15-Jahres-Vertrag über die Lieferung von zwei Millionen Tonnen verflüssigtem Erdgas (LNG) nach Deutschland unterzeichnet. Vizekanzler Robert Habeck begrüßte diese Nachricht.
QatarEnergy und ConocoPhillips haben einen 15-Jahres-Vertrag über die Lieferung von zwei Millionen Tonnen verflüssigtem Erdgas (LNG) jährlich, ab 2026, nach Deutschland unterzeichnet. Bundesminister Robert Habeck begrüßte diese Nachricht.
Im März 2022, weniger als einen Monat nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine, war unklar woher Deutschlands Energie in Zukunft kommen würde. Auf der Suche nach neuen Lieferanten reiste Habeck nach Katar, um Gespräche über zusätzliche Gaslieferungen von einem der größten Akteure auf dem Weltmarkt einzuleiten. Die Reise trug keine Früchte – bis zum Dienstag (29. November).
„Die Vereinbarungen stellen den ersten langfristigen LNG-Liefervertrag für Deutschland dar, der sich über einen Zeitraum von mindestens 15 Jahren erstreckt und somit zur langfristigen Energiesicherheit Deutschlands beiträgt“, erklärte der Vorstandsvorsitzende von QatarEnergy, Saad al-Kaabi, auf einer von Reuters zitierten Pressekonferenz.
Gemäß der Vereinbarung wird ConocoPhillips jährlich rund 2,5 Milliarden Kubikmeter (bcm) katarisches Gas in den deutschen Markt importieren und damit etwa 5 Prozent der bisherigen deutschen Importe aus Russland ersetzen. Die Lieferungen sollen im Jahr 2026 beginnen. Andere deutsche Unternehmen befinden sich noch in Gesprächen mit Katar, fügte al-Kaabi hinzu.
Die Bundesregierung begrüßte den langfristigen Liefervertrag.
„Fünfzehn Jahre sind großartig, und die Bedingungen scheinen wirklich gut zu sein. Ich hätte auch nichts gegen 20-jährige oder längere Verträge“, sagte Habeck auf einer Branchenkonferenz.
Vor dem Einmarsch Russlands in die Ukraine war Deutschland in erster Linie auf Gaspipelines aus Russland und Norwegen angewiesen. Jetzt baut es im Eiltempo Kapazitäten für den Import von LNG auf.
„Die Kapazitäten, die wir jetzt in verschiedenen Schritten aufbauen, 12 bis 14 Milliarden Kubikmeter im Laufe dieses Winters und dann über 30 Milliarden Kubikmeter im nächsten Jahr, decken einen großen Teil [der Ströme aus Russland] ab“, betonte Habeck.
Berlin setzt auf sogenannte schwimmende Speicher- und Regasifizierungseinheiten (FSRUs), de facto umfunktionierte LNG-Tanker, die das Gas, das für den Transport verflüssigt wurde, wieder in ein Gas für das Festland-Netz umwandeln können.
Die ersten beiden von der Regierung geleasten Anlagen werden voraussichtlich im Januar in Betrieb genommen, und eine privat betriebene FSRU könnte im Dezember mit dem Import von LNG beginnen.
„Auch die Niederlande haben ein neues LNG-Terminal mit acht Milliarden Kubikmetern gemeldet, Norwegen hat seine Produktion erhöht, und wir haben die Pipeline-Kapazitäten aus Frankreich“, wies Habeck auf die Vielfalt der Maßnahmen hin, die Deutschland helfen sollen, russisches Gas zu ersetzen.
„Jeder Teil gehört zu dem Gesamtbild, das uns hilft, russisches Gas durch LNG zu ersetzen.“
[Bearbeitet von Alice Taylor]