Glyphosat-Streit zwischen Schmidt und Hedricks

Kurz vor Abstimmung über die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat gehen Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) und Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) auf Konfrontationskurs.

Glyphosat
In den USA war gerichtlich anerkannt worden, dass der Unkrautvernichter Glyphosat Krebserkrankungen verursacht hat. [Patrick Pleul/dpa]

Kurz vor Abstimmung über die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat gehen Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) und Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) auf Konfrontationskurs.

Schmidt übte in einem Zeitungsinterview kurz vor der geplanten EU-Abstimmung über eine verlängerte Zulassung des Unkrautvernichters Glyphosat heftige Kritik an Hendricks Haltung, während Hendricks in einem Interview die von Schmidt verantwortete Landwirtschaftspolitik für falsch erklärte.

Im Glyphosat-Streit verwies Schmidt gegenüber der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Montagsausgabe) auf Studien, die zu dem Ergebnis gekommen seien, dass an der Unbedenklichkeit des Wirkstoffs Glyphosat bei fachgerechter Anwendung keine Zweifel bestünden. „Grundsätzlich sehe ich es mit Sorge, dass in einer solchen Frage Politik nach Belieben betrieben wird und nicht auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse“, sagte der CSU-Politiker.

Nur die Forschungsergebnisse sollten die Zulassungsverlängerung beeinflussen dürfen – „und nicht etwa politische Taktik oder Ideologie“, sagte Schmidt. Hendricks und die SPD hatten sich gegen eine Verlängerung zum jetzigen Zeitpunkt ausgesprochen und auf mögliche Gesundheitsrisiken verwiesen.

Bundesumweltministerin Hendricks forderte derweil in einem Interview eine „grundsätzlich andere Landwirtschaftspolitik“. Gefördert werden sollte „nur noch die Produktion gesunder Lebensmittel, die Pflege von Natur und Landschaft, der Gewässerschutz“, sagte sie den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (Montagsausgaben). „Es ist höchste Zeit zum Umsteuern.“

Die bisherige staatliche Förderung der Bauern nach der Größe der Landwirtschaftsfläche sei „ein unsinniges Prinzip“, kritisierte die SPD-Politikerin. „Das Prinzip muss sein: Öffentliches Geld nur für Leistungen im Interesse der Allgemeinheit.“