Google führt “alles ablehnen”-Button bei Cookies ein

Hamburgs oberster Datenschützer stellte am Mittwoch (6. April) seinen Tätigkeitsbericht vor und befürwortete, dass Google seine Cookie-Banner mit einem “alles ablehnen”-Button ausstatten wird. Denn Google verstößt gegen Cookie-Tracking Vorschriften. Bis 2023 will Google Cookies von Drittanbietern vollständig einstellen.

Euractiv.de
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„Google hat uns mitgeteilt, dass sie jetzt in der Europäischen Union, der Schweiz und Großbritannien diesen “alles ablehnen”-Button Stück für Stück etablieren wollen”, sagte Hamburgs Beauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit Thomas Fuchs am Mittwoch (6. April). [JHVEPhoto/Shutterstock]

**Dieser Artikel wurde mit einem Kommentar von Meta aktualisiert.

Hamburgs oberster Datenschützer stellte am Mittwoch (6. April) seinen Tätigkeitsbericht vor und befürwortete, dass Google seine Cookie-Banner mit einem “alles ablehnen”-Button ausstatten wird. Denn Google verstößt gegen Cookie-Tracking Vorschriften. Bis 2023 will Google Cookies von Drittanbietern vollständig einstellen.

Google hat uns mitgeteilt, dass sie jetzt in der Europäischen Union, der Schweiz und Großbritannien diesen “alles ablehnen”-Button Stück für Stück etablieren wollen”, sagte Hamburgs Beauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit Thomas Fuchs am Mittwoch (6. April) bei der Vorlage seines Tätigkeitsberichts 2021

Zunächst wird Google diesen Button wohl in Frankreich einführen, wo bereits Strafzahlungen gegen Google und Facebook verhängt wurden. Deutschland solle auch bald folgen. 

Google hat mit diesem Schritt auf massive Kritik und auferlegte Geldstrafen reagiert. Denn die Tatsache, dass die Ablehnung von Cookies viel mehr Aufwand von Nutzer:innen erfordert als die Zustimmung durch nur einen Klick, entspricht nicht den datenschutzrechtlichen Anforderungen. 

Bis 2023 will Google gar keine Cookies von Drittanbietern mehr benutzen. Stattdessen arbeitet das Unternehmen an Topics API, wo keine Daten mehr an Drittanbieter oder an die Server von Google übertragen werden sollen. 

Datenschutzrechtliche Probleme

Nach eigenen Angaben hat Fuchs Google vergangene Woche schriftlich aufgefordert, die Cookie-Banner zu überarbeiten, weil sie nicht den datenschutzrechtlichen Anforderungen entsprächen. 

Viele User:innen seien von diesen Bannern extrem genervt und klickten diese oft einfach weg, was eine Zustimmung bedeutet. Um Cookie-Tracking aber abzulehnen, müssen zahlreiche Auswahlen getroffen werden.  

Die gute Nachricht ist, dass es jetzt eine schriftliche Zusage von Google gibt”, diesen Button bald als Standard zur Verfügung zu stellen, so Fuchs. 

Schon weit vor Fuchs’ Beschwerden über diese datenschutzrechtlichen Missstände hat die französische Datenschutzbehörde CNIL Google Bußgeldern in Höhe von 150 Millionen Euro verhängt. Auch Facebook wurde mit einer Geldstrafe von 60 Millionen Euro belegt. 

Denn das Leitprinzip der CNIL ist, dass „die Ablehnung von Cookies so einfach sein sollte wie die Annahme“. Google hatte auf Nachfrage von EURACTIV erklärt, dass das Unternehmen entschlossen sei, weitere Änderungen vorzunehmen und aktiv mit der CNIL zusammenzuarbeiten. 

Laut einem Meta Pressesprecher hat Facebook hat bereits Ende März 2022 die Optionen für die Cookie-Einwilligung aktualisiert. „In allen EU Ländern ist es nun gleichermaßen einfach, nicht essenzielle Cookies abzulehnen oder zu akzeptieren“, sagte der Pressesprecher zu EURACTIV.

Pläne zum Auslauf von Cookies 

Google’s Einführung des “alles ablehnen”-Buttons dürfte jedoch nur eine Zwischenlösung sein. Denn der Konzern hat bereits Ende Januar weitgehende Pläne vorgestellt, die Google Cookies von Drittanbietern bis 2023 vollständig umgehen sollen. 

Anstelle von Cookies will der Internetriese in Zukunft im Zuge des Google Privacy Sandbox Projekts auf eine hauseigene Tracking-Technologie setzen.

Ein Teil des Google Privacy Sandbox Projekts heißt Topics API, wobei Chrome wöchentlich die fünf wichtigsten Themen aufzeichnen soll, welche die Interessen der Nutzer:innen entsprechen. Diese Themen werden wöchentlich aktualisiert und die Verlaufsdaten alle drei Wochen gelöscht. 

Werbetreibende könnten Werbeinhalte anzeigen, die auf den drei Top-Themen basieren. Laut Google würden diese Präferenzen direkt auf dem Gerät gespeichert und somit keine Daten an Drittanbieter oder Google-Server übertragen werden. 

Nutzer:innen soll ermöglicht werden, ihre Top-Themen einsehen, ändern oder komplett abschalten zu können. 

Der sich in Entwicklung befindende Themen-Pool ist nun in eine Testphase eingetreten. Seit dem 31. März können Entwickler:innen Topics API in Chrome’s Canary-Version testen. In Europa können Nutzer:innen sich für die Teilnahme an den Tests anmelden. 

Google’s Pläne zur Änderung der Datenschutzpolitik –  auch für Android – werden von Konkurrenten als Ausnutzung der marktdominierenden Stellung befürchtet. Die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde hat deswegen letztes Jahr eine Untersuchung eingeleitet, die mögliche Auswirkungen der neuen Datenschutzeinstellungen auf dem Werbemarkt bewerten wird. 

Daraufhin hat Google einige Verpflichtungen übernommen, wie beispielsweise den Verzicht auf Selbstreferenzialität und das Angebot an die britischen Kartell- und Datenschutzbehörden, die Regulierungsaufsicht zu übernehmen. Die Behörde akzeptierte diese Verpflichtungen und wird deren Implementierung überwachen.