Griechen müssen jährlich Stromkosten in Höhe von zwei Monatslöhnen bezahlen
Nach Angaben des Europäischen Gewerkschaftsbundes ETUC sind griechische Arbeitnehmer:innen mit jährlichen Strompreisen konfrontiert, die zwei Monaten Mindestlohn entsprechen.
Nach Angaben des Europäischen Gewerkschaftsbundes ETUC sind griechische Arbeitnehmer:innen mit jährlichen Strompreisen konfrontiert, die zwei Monaten Mindestlohn entsprechen.
Griechenland ist neben Estland das Land, in dem die Arbeitnehmer:innen die meisten Arbeitstage benötigen, um ihre jährlichen Stromrechnungen zu bezahlen, wie eine Umfrage des Gewerkschaftsbundes ergab.
Laut einer Analyse des Gewerkschaftsbundes leiden Niedriglohnempfänger in vielen EU-Ländern am meisten.
Während 9,5 Millionen Arbeitnehmer bereits vor Beginn der Lebenshaltungskostenkrise Probleme hatten, ihre Energierechnungen zu bezahlen, sind die Kosten für Gas und Strom in ganz Europa im Vergleich zum letzten Jahr um 38 Prozent gestiegen.
Das bedeutet, dass Empfänger:innen von Gehältern in Höhe des Mindestlohns in 16 EU-Staaten den Gegenwert eines Monatslohns oder mehr beiseitelegen müssen, um zu Hause das Licht und die Heizung am Laufen zu halten. Im Jahr 2021 war dies in nur acht EU-Staaten der Fall.
Die Zahl der Tage, die ein Mindestlohnempfänger arbeiten muss, um seine Energierechnung zu bezahlen, ist in einigen Ländern drastisch gestiegen: Estland (+26), Niederlande (+20), Tschechien (+17) und Lettland (+16).
In vier Ländern – der Slowakei, Griechenland, Tschechien und Italien – ist die durchschnittliche jährliche Energierechnung inzwischen höher als ein Monatslohn für einen Arbeitnehmer mit einem Durchschnittsgehalt.
Die Analyseergebnisse des unabhängigen ETUC-Forschungszentrums, das Europäische Gewerkschaftsinstitut, wurden im Vorfeld einer außerordentlichen Sitzung der EU-Energieminister:innen am 16. September veröffentlicht.
Der Gewerkschaftsbund fordert die Staats- und Regierungschef:innen mit einem Sechs-Punkte-Plan, der an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, den EU-Ratspräsidenten Charles Michel und andere europäische Staats- und Regierungschefs geschickt wurde, zu entschlossenem Handeln auf, um den unhaltbaren Energiepreisanstieg in Europa zu unterbinden.
Der Plan enthält Forderungen nach einer Anhebung der Löhne, um die steigenden Lebenshaltungskosten widerzuspiegeln, nach Mindestlohnerhöhungen, um deren Angemessenheit zu gewährleisten, und nach gezielten Notzahlungen für Geringverdienende, die sich die Energierechnungen nicht leisten können, sowie nach einem Verbot von Stromabschaltungen für Menschen, die ihre Rechnungen nicht bezahlen konnten.
Das Papier enthält auch einen Vorschlag für eine Energiekosten-Obergrenze sowie eine Steuer auf die überschüssigen Gewinne der Energieunternehmen.