Großbritannien verzeichnet Rekordzahl von Überquerungen des Ärmelkanals

Mehr als 600 Migranten wurden am Sonntag bei dem Versuch entdeckt, den Ärmelkanal zu überqueren. Es ist die höchste Zahl im Jahr 2023, wie aus jüngsten Angaben des Innenministeriums vom Montag hervorgeht.

Euractiv.com
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Rund 616 Personen wurden bei der Überfahrt in 12 kleinen Booten entdeckt. Die Gesamtzahl der Migranten, die im Jahr 2023 den Ärmelkanal überquert haben, beläuft sich bisher auf 8.380. [Shutterstock/Sean Aidan Calderbank]

Mehr als 600 Migranten wurden am Sonntag bei dem Versuch entdeckt, den Ärmelkanal zu überqueren. Es ist die höchste Zahl im Jahr 2023, wie aus jüngsten Angaben des Innenministeriums vom Montag hervorgeht.

Rund 616 Personen wurden demnach bei der Überfahrt in zwölf kleinen Booten entdeckt. Die Gesamtzahl der Migranten, die im Jahr 2023 den Ärmelkanal überquert haben, beläuft sich bisher auf 8.380.

Diese Art von Überfahrten mit kleinen Booten will das britische Gesetz zur illegalen Migration unterbinden. Das Gesetz sieht vor, dass Asylanträge widerrufen werden können, wenn Flüchtlinge auf unerlaubte Weise in das Vereinigte Königreich einreisen, etwa indem sie den Ärmelkanal per Boot überqueren.

„Die Regierung ist einen Schritt weiter gegangen, indem sie eine Gesetzgebung eingeführt hat, die sicherstellt, dass Menschen, die illegal ins Vereinigte Königreich kommen, inhaftiert und umgehend in ihr Herkunftsland oder ein sicheres Drittland abgeschoben werden“, hieß es in der letzten Pressemitteilung des Innenministeriums zu diesem Thema im Januar.

Am Sonntag veröffentlichte der parteiübergreifende Gemeinsame Ausschuss für Menschenrechte einen Bericht über das Gesetz über die illegale Einwanderung.

In seiner Untersuchung schrieb er, Belege zeigten nicht nur, dass der Gesetzentwurf „nicht der richtige Ansatz“ sei, sondern auch, dass er „letztendlich dazu führen würde, dass das Vereinigte Königreich seine Rolle im globalen System des Flüchtlingsschutzes, das auf internationaler Zusammenarbeit und gemeinsamer Verantwortung beruht, nicht spielen kann.“

Vergangene Woche erzielten die EU-Innenminister eine als historisch bezeichnete Einigung zum Asylsystem, mit der unter anderem Erstankunftsländer wie Italien oder Griechenland entlastet werden sollen.