Hilfsorganisation begrüßt Lösung für Flüchtlinge auf "Aquarius"

SOS Méditerranée hat die Lösung für die Flüchtlinge auf dem Rettungsschiff "Aquarius" begrüßt. Sie sei ein positives Zeichen, dass die EU-Länder verstanden haben, dass das ein gemeinsames Problem gibt.

Euractiv.de
SOS Mediterranee search and rescue operation aboard the Aquarius
Das Hilfsschiff "Aquarius" der Organisation SOS Mediterranee. [EPA-EFE/CHRISTOPHE PETIT TESSON]

Die Hilfsorganisation SOS Méditerranée hat die Lösung für die Flüchtlinge auf dem Rettungsschiff Aquarius begrüßt. Die Tatsache, dass es eine Abstimmung zwischen einer Reihe wichtiger EU-Länder gibt, sei ein positives Zeichen, dass die Länder das gemeinsame Problem verstanden haben, sagte der Einsatzleiter der Hilfsorganisation, Frédéric Penard. Er sprach von einem „ersten Schritt“, zeigte sich aber zugleich abwartend hinsichtlich der Details der Einigung.

Nach tagelanger Irrfahrt der Aquarius im Mittelmeer hatten sich am gestrigen Dienstag mehrere EU-Staaten zur Aufnahme eines Teils der Flüchtlinge bereit erklärt. Deutschland nimmt nach Angaben des Bundesinnenministeriums bis zu 50 Menschen auf. Daraufhin konnte das Schiff in Malta anlegen.

Die Einigung von Deutschland und fünf weiteren EU-Staaten sieht vor, dass die 141 Menschen, die das Schiff an Bord hat, von Malta aus in die anderen EU-Mitgliedsstaaten gebracht werden. Die Flüchtlinge stammen überwiegend aus den afrikanischen Staaten Somalia und Eritrea, deren Bürger in der Regel gute Chancen auf Asyl haben.

Ursprünglich wollte die Besatzung die Flüchtlinge zurück nach Libyen bringen, erhielt aber von der dortigen Küstenwache eine Absage. Zwar habe die Crew allen Anweisungen der libyschen Seenotrettungsstelle JRCC Folge geleistet, doch wollte diese dem Schiff keinen Hafen zuweisen. Außerdem habe das JRCC „die Aquarius nicht über Seenotfälle informiert, von denen es wusste, obwohl wir ganz in der Nähe waren und Hilfe angeboten hatten. Es war eine sehr glückliche Fügung, dass wir diese Boote in Seenot selbst gesichtet haben“, kritisiert Projektkoordinator Aloys Vimard von Ärzte ohne Grenzen.