Hitzewelle führt zur Schließung von Atomkraftwerken [DE]
In Spanien musste ein Atomkraftwerk abgeschaltet werden, da die Wassertemperatur des Flusses, der das Kühlsystem antreibt, infolge der derzeitigen Hitzewelle über Europa angestiegen ist. In Frankreich wurden die Betreiber der Atomkraftwerke authorisiert, zu warmes Kühlwasser abzulassen.
In Spanien musste ein Atomkraftwerk abgeschaltet werden, da die Wassertemperatur des Flusses, der das Kühlsystem antreibt, infolge der derzeitigen Hitzewelle über Europa angestiegen ist. In Frankreich wurden die Betreiber der Atomkraftwerke authorisiert, zu warmes Kühlwasser abzulassen.
Nachdem die Wassertemperatur des Ebros unterhalb des Atomkraftwerkes das vorgeschriebene Niveau überschritten hatte, veranlasste das Betreiberunternehmen Nuclenor als Vorsichtsmaßnahme die Schließung des Werkes Garona in der spanischen Provinz Burgos (24. Juli 2006).
Flüsse werden häufig als Antrieb der Kühlsysteme für Atomkraftwerke verwendet. Das Ablassen des wärmeren Wassers ist nur bis zu einer bestimmten Temperatur erlaubt, um die Süßwasserfische und Wasserpflanzen zu schützen. Durch die Hitzewelle ist die Temperatur aber so schnell angestiegen, dass die Atomkraftwerke nun kein wärmeres Wasser mehr in die Flüsse leiten können.
Die französische Regierung autorisierte den Energiekonzern EDF am Sonntag (23. Juli 2006) dennoch, Kühlwasser oberhalb der normalen Temperatur in die Flüsse zu leiten. Frankreichs Stromverbrauch ist bis zu 80 % von Atomkraftwerken abhängig.
Durch die derzeitige Hitzewelle über Europa ist die Stromnachfrage insbesondere aufgrund der zahlreichen Klimaanlagen gestiegen. Für die Stromproduzenten ist dies ungewöhnlich. In der Regel nutzen sie die üblicherweise leeren Sommermonate um Wartungsarbeiten durchzuführen.
Letzte Woche musste EDF bereits aufgrund der Hitzewelle als Vorsichtsmaßnahme Strom auf dem europäischen Großmarkt kaufen, um die wachsende Stromnachfrage zu befriedigen. In Großbritannien veröffentlichte National Grid am 17. Juli eine Warnung, in welcher sie die Energieproduzenten aufforderte, stillgelegte Kraftwerke wieder in Betrieb zu nehmen, um mögliche Energieengpässe zu vermeiden.