Die Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe, Cornelia Füllkrug-Weitzel, sieht mit Sorge, dass die Regierung in Budapest mit einer „maßlosen öffentlichen Propagandaschlacht“ versuche, Flüchtlinge als Kriminelle abzustempeln, die keine humanitäre Gnade oder Rechte verdienten. „Ungarns Präsident Viktor Orbán setzt ein gefährliches Muster für die Abwertung von europäischen Werten wie Humanität und Solidarität“, sagt sie dem Tagesspiegel. Orbán nutze die Flüchtlingssituation für eine Stärkung seiner autokratischen Regierungsweise und seines nationalistischen Kurses. Dass er besonders von Nicht-EU-Autokraten hofiert werde, sollte schon allein ein Alarmsignal sein, meint sie.
„Man muss die EU nicht gegen Flüchtlinge verteidigen, sondern gegen solche, die die Flüchtlinge für ihre antidemokratische und antieuropäische Politik zu missbrauchen versuchen“, appelliert Füllkrug-Weitzel. „Die EU kann nicht dulden, dass einige ihrer Mitgliedsstaaten massiv Stimmung machen und sich aus der gemeinsamen Verantwortung für eine menschenrechtskonforme EU-Asylpolitik stehlen.“