In Kürze - Europäisches Technologie-Institut: Abschaffung des ‚EP-Wanderzirkusses’?

Europaabgeordnete wollen im Parlamentssitz in Straßburg ein Europäisches Technologie-Institut einrichten, um auf diese Weise die monatlichen Sitzungen in Frankreich aus ihrem Programm streichen zu können.

Europaabgeordnete wollen im Parlamentssitz in Straßburg ein
Europäisches Technologie-Institut einrichten, um auf diese Weise
die monatlichen Sitzungen in Frankreich aus ihrem Programm
streichen zu können.

Eines der Ziele der ‚Kampagne für die Parlamentsreform’, die von
einer parteiübergreifende Gruppe aus 130 Abgeordneten aus 15
Mitgliedstaaten ins Leben gerufen wurde, besteht in der Gründung
eines Europäisches Technologie-Instituts (EIT) in Straßburg – einer
europäischen Vorzeigeuniversität mit „der besten Ausstattung der
Welt“. 

Das EIT wäre ein Gegenstück des berühmten Massachusetts
Institute of Technology (MIT) in den USA. Die Idee ist ursprünglich
von Präsident Barroso als Teil einer überarbeiteten Lissabon-Agenda
angeregt worden, um die Abwanderung hochqualifizierter europäischer
Forscher zu stoppen und Investoren anzuziehen. 

Die Abgeordneten verfolgen mit ihrem Vorschlag jedoch auch ein
anderes Ziel. Sie wollen den ‚Wanderzirkus’ der Abgeordneten
zwischen Straßburg und Brüssel beenden. Der Parlamentssitz in
Straßburg würde demnach vom EIT übernommen werden, wodurch etwa 200
Millionen Euro jährlich eingespart werden würden. Außerdem würde
der Ruf der Abgeordneten nicht länger von dem kostspieligen
Umzugstheater und dem Image der Ineffizienz beeinträchtigt
werden.