Integrierte Schädlingsbekämpfung gewinnt in Polen an Boden

Der integrierte Pflanzenschutz (IPS) als Strategie zur Reduktion von Pestiziden gewinnt in Polen an Popularität. Viele Landwirte sind jedoch der Meinung, dass der Wandel eher durch "Evolution" als durch "Revolution" erfolgen muss.

/ EURACTIV.pl
This article is part of our special report "Integrierte Schädlingsbekämpfung: Wo stehen die EU-Länder?"
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In Polen, dem drittgrößten Apfelproduzenten der Welt, ist der Obstanbau einer der einflussreichsten Zweige der Landwirtschaft - und der Sektor hat IPM angenommen, so Mirosław Maliszewski, Vorsitzender des Verbands der polnischen Obstbauern (ZSRP). [<a href="https://www.shutterstock.com/image-photo/farm-tractors-during-field-work-476734282" target="_blank" rel="noopener">[SHUTTERSTOCK]</a>]

Der integrierte Pflanzenschutz (IPS) als Strategie zur Reduktion von Pestiziden gewinnt in Polen an Popularität. Viele Landwirte sind jedoch der Meinung, dass der Wandel eher durch „Evolution“ als durch „Revolution“ erfolgen muss.

In Polen, dem drittgrößten Apfelproduzenten der Welt, ist der Obstanbau einer der einflussreichsten Zweige der Landwirtschaft. Den integrierten Pflanzenschutz, einen Ansatz, bei dem Pestizide lediglich als letztes Mittel nach einer Reihe anderer Alternativen eingesetzt werden, habe der Sektor gut angenommen, so Mirosław Maliszewski, Vorsitzender des Verbands der polnischen Obstbauern (ZSRP).

„Man kann sagen, dass IPS im polnischen Obstanbau obligatorisch ist. Die Obstbauern wenden ihn schon seit langem an. Für sie ist das nichts Neues, wir erfüllen die entsprechenden Kriterien und Anforderungen. Wir haben also keine Angst vor dem IPS“, sagte Maliszewski gegenüber EURACTIV.pl.

In Polen gibt es spezielle Zertifikate für Betriebe, die integrierten Pflanzenschutz in ihren Kulturen anwenden, sie können hierfür zusätzliche Unterstützung bekommen.

Abgesehen davon gebe es jedoch „keine besondere Förderung des integrierten Pflanzenschutzes für die polnischen Landwirte und Obstbauern“, erklärte er.

Derweil hat die Rücknahme gefährlicherer Pflanzenschutzmittel vom Markt dazu beigetragen, die Einführung von IPS-Verfahren zu fördern.

„Die Obstbauern haben sich bereits an die Tatsache gewöhnt, dass es weniger Pestizide auf dem Markt gibt, daher das wachsende Interesse an natürlichen und biologischen Pflanzenschutzmitteln“, erklärte Maliszewski.

Bei biologischen Pflanzenschutztechniken werden anstelle von Chemikalien natürliche Stoffe oder Organismen verwendet, die Schädlinge entweder abschrecken oder in die Falle locken.

Dazu gehören Pheromonfallen, Kalke, Formulierungen, die Pilze und Bakterien enthalten, oder sogar Insektenkolonien, die sich von Schädlingen ernähren.

„Wir hoffen, dass die Popularisierung natürlicher Pflanzenschutzmethoden weiter voranschreitet. Wir glauben, dass es nicht nur um Grenzwerte und Vorschriften geht, sondern auch um die Entscheidungen der Verbraucher“, sagte Maliszewski.

Er betonte jedoch, dass dies „durch Evolution, nicht durch Revolution“ geschehen müsse, da es derzeit keine biologischen Präparate gebe, die Pestizide ersetzen könnten.

„Für uns ist dies der Faktor, der am unsichersten ist. Was die anderen Faktoren angeht, haben wir keine Angst“, sagte er.

Um die Einführung des IPS zu fördern, habe das Land eine konzertierte Informationskampagne hierzu durchgeführt, erklärte Dariusz Mamiński vom polnischen Landwirtschaftsministerium gegenüber EURACTIV.pl.

Das Ministerium bietet über die Website „Agrophage Signalling Platform“ kostenlos aktuelle Methoden für den integrierten Pflanzenschutz einzelner Kulturen sowie Leitfäden, Pflanzenschutzprogramme und Hinweise auf Schädlingsorganismen an.

Der Ministerialbeamte erklärte, der integrierte Pflanzenschutz habe im Mittelpunkt des zweiten nationalen Aktionsplans Polens zur Verringerung der Risiken durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gestanden, der von 2018 bis 2022 lief.

„Das Hauptziel für Polen in Bezug auf die Umsetzung des nationalen Aktionsplans war die Verbreitung der allgemeinen Grundsätze des integrierten Pflanzenschutzes und die Vermeidung von Risiken im Zusammenhang mit der Verwendung von Pflanzenschutzmitteln“, erklärte Mamiński.

Die Ergebnisse der Überwachung der Umsetzung der Ziele des nationalen Aktionsplans, einschließlich der Ergebnisse der Risikobewertung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln, werden jährlich veröffentlicht.

Derweil arbeite das Ministerium an der Erstellung eines dritten Plans für den Zeitraum 2023-2027, wobei die Erfahrungen mit der Umsetzung der vorherigen Pläne berücksichtigt werden, fügte Mamiński hinzu.

[Bearbeitet von Natasha Foote/Nathalie Weatherald]