Interview: Industrie fordert mehr ‚Nachfrage’ nach Forschung [DE]

Im Vorfeld eines Ratstreffens, das eine schwierige Agenda zum Thema Forschung diskutieren wird, erklärt BusinessEurope, die EU konzentriere sich zu stark auf die Schaffung von Infrastrukturen und die Förderung von Forschungsaktivitäten. Sie sollte ihren Fokus stattdessen auf die Schaffung von Märkten und die Nachfrage nach Forschung und Innovation legen.

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Im Vorfeld eines Ratstreffens, das eine schwierige Agenda zum Thema Forschung diskutieren wird, erklärt BusinessEurope, die EU konzentriere sich zu stark auf die Schaffung von Infrastrukturen und die Förderung von Forschungsaktivitäten. Sie sollte ihren Fokus stattdessen auf die Schaffung von Märkten und die Nachfrage nach Forschung und Innovation legen.

„Es ist notwendig, Märkte, intelligente Verbraucher und eine höhere Nachfrage nach Forschung und Innovation zu schaffen, die dazu beitragen können, dass neu gegründete, hochtechnologische europäische Unternehmen Weltklasse erreichen“, sagte Leif Kjærgaard, der Leiter der Arbeitsgruppe Forschung und Technologische Innovation bei BusinessEurope, am 20. November 2007.

In einer Diskussion über den Europäischen Forschungsraum (EFR) forderte die europäische Lobby-Organisation für die Industrie die Kommission dazu auf, den ‚antreibenden’ Aktivitäten der Forschungspolitik mehr Gewicht zu verleihen.

Die Äußerungen werden vorgebracht während der Rat am 23. November 2007 Schlussfolgerungen über die Zukunft der Wissenschaft und Technologie in Europa annehmen soll. Kjærgaard fügte hinzu, „Forschung ist sehr wichtig für die Wirtschaft. Nur sie führt langfristig zu Wachstum“.

Er forderte weiterhin die Länder und Regionen dazu auf, mehr auf ihre individuellen Forschungsstärken aufzubauen. „Wir müssen die Ressourcen dort nutzen, wo wir sie haben – nicht Jeder kann Alles machen. Dies ist, was die Wirtschaft tut. Interdisziplinäre Zusammenarbeit muss ebenfalls stärker gefördert werden, so wie es im Privatsektor der Fall ist“, sagte Kjærgaard, womit er die Vision der Industrie eines Europäischen Forschungsraums für alle beschreibt.

„Derzeit geht die Forschungspolitik ihren eigenen Weg“, sagte er und forderte, dass die größten Herausforderungen, die mit Energie, Gesundheit und Umwelt in Zusammenhang stehen, in andere Politiken einbezogen werden. „Forschungspolitik kann nicht für sich allein stehen.“

Die Kommission hat auf diese Bedenken reagiert, indem sie eine Mitteilung über gemeinsame öffentliche Forschungsprogramme ankündigte. Diese werde im nächsten Jahr einen Prozess einleiten, um sowohl Prioritäten für die internationale Zusammenarbeit zu bestimmen als auch Themen, die auf nationaler Ebene bleiben müssten. Es wird erwartet, dass die Mitgliedstaaten von Anfang an stark in diesen Prozess einbezogen werden.

Die Kommission hat außerdem betont, dass das Ziel, EU-Investitionen in Forschung und Entwicklung bis 2010 auf 3% des BIP anzuheben, ein Beispiel sei für die Mischung der ‚Antriebsmaßnahmen’ in den Bereichen Finanzpolitik, Binnenmarkt und Rechte des geistigen Eigentums, die in der Mitteilung über ‚Leitmärkte’ im Dezember 2007 weiter verfolgt werden.

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