Italienischer Minister: Beitritt zu neuer Seidenstraße war Fehlentscheidung
Italien habe eine "improvisierte und grauenhafte" Entscheidung getroffen, als es sich vor vier Jahren dem chinesischen Handelsprojekt der Neuen Seidenstraße anschloss, so der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto.
Italien habe eine „improvisierte und grauenhafte“ Entscheidung getroffen, als es sich vor vier Jahren dem chinesischen Handelsprojekt der Neuen Seidenstraße anschloss, so der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto.
Italien hatte sich unter einer früheren Regierung als einziges europäisches Land der Neuen Seidenstraße angeschlossen. Die aktuelle Regierung, der Crosetto angehört, prüft derzeit Möglichkeiten, aus dem Abkommen auszusteigen.
Die Neue Seidenstraße sieht vor, China durch umfangreiche Infrastrukturinvestitionen mit Asien, Europa und anderen Teilen der Welt zu verbinden. Kritiker sehen darin ein Instrument Chinas, um seinen geopolitischen und wirtschaftlichen Einfluss auszuweiten.
Die Entscheidung, sich dem Projekt anzuschließen, sei ein „improvisierter und grauenhafter Akt“ gewesen, der die Exporte Chinas nach Italien vervielfacht habe, nicht aber die italienischen Exporte nach China, erklärte Crosetto in einem am Sonntag (30. Juli) veröffentlichten Interview mit der Zeitung Corriere della Sera.
„Die Frage ist heute: Wie kann man zurücktreten, ohne die Beziehungen (zu Peking) zu beschädigen. Denn China ist zwar ein Konkurrent, aber auch ein Partner“, so der Minister weiter.
Nach einem Treffen mit US-Präsident Joe Biden im Weißen Haus am vergangenen Donnerstag hatte die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erklärt, dass ihre Regierung noch über die Neue Seidenstraße nachdenke. Sie kündigte zudem an, in naher Zukunft nach Peking reisen zu wollen.
„Wir werden vor Dezember eine Entscheidung treffen“, sagte Meloni in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview mit dem US-Sender Fox News und fügte hinzu, dass das Thema mit der chinesischen Regierung und innerhalb des italienischen Parlaments diskutiert werden müsse.
Meloni bekräftigte ihre Ansicht, dass es ein „Paradoxon“ sei, dass Italien zwar Teil der Neuen Seidenstraße sei, aber nicht das G7-Land mit dem größten Handel mit China. Dies zeige, dass gute Beziehungen zu Peking auch ohne die neue Seidenstraße möglich seien.