Jedes fünfte Kind lebt in Frankreich unter der Armutsgrenze
Jedes fünfte französische Kind lebt unterhalb der Armutsgrenze. Frankreich trifft auf Schwierigkeiten, wenn es darum geht, die grundlegendsten Rechte für Kinder in prekären Situationen zu gewährleisten, schreibt UNICEF Frankreich in einem am Sonntag veröffentlichten Bericht.
Jedes fünfte französische Kind lebt unterhalb der Armutsgrenze. Frankreich trifft auf Schwierigkeiten, wenn es darum geht, die grundlegendsten Rechte für Kinder in prekären Situationen zu gewährleisten, schreibt UNICEF Frankreich in einem am Sonntag veröffentlichten Bericht.
Anlässlich des Internationalen Tages der Kinderrechte veröffentlichte UNICEF Frankreich am Sonntag (20. November) eine Studie über die Rechte der Kinder in Frankreich.
Der Studie zufolge leben 21 Prozent der französischen Kinder unterhalb der Armutsgrenze, davon fast 5.700 in Barackensiedlungen auf dem französischen Festland. Gleichzeitig sind 30.000 in Hotels untergebracht – eine Lösung, die als ungeeignet für das Familienleben angesehen wird -, während 1.600 keine Unterkunftsmöglichkeit haben.
Die NRO fügte hinzu, dass vor allem „die am meisten gefährdeten Kinder, sei es in extremer Armut, mit einer Behinderung oder als Opfer von Gewalt […] darum kämpfen, dass ihre elementarsten Rechte gewährt werden“. Insbesondere soziale und territoriale Ungleichheiten behindern einen zufriedenstellenden Zugang zu Schule, Gesundheitsdiensten oder Schutz.“
Nach Angaben von UNICEF Frankreich wurden seit 2012 mindestens 33.786 Kinder inhaftiert“, vor allem in Mayotte, einem französischen Überseegebiet, das stark von irregulärer Einwanderung aus den Komoren betroffen ist.
Die Verfasser des Berichts empfehlen daher, „die Verwaltungshaft von Kindern“ zu verbieten, die erfolgen kann, wenn eine Familie in einer irregulären Situation ausgewiesen werden muss, und rufen zum Kampf „gegen Familientrennungen“ auf.
UNICEF Frankreich fordert die Schaffung eines Ministeriums für Kinder und die Umsetzung einer „ehrgeizigen nationalen Strategie für Kinder“, um eine bessere Achtung der Kinderrechte zu gewährleisten. „Die bestehenden öffentlichen Maßnahmen für Kinder sind zwar zahlreich, aber sehr verstreut, was ihre Lesbarkeit, Wirksamkeit und Sichtbarkeit behindert“, so UNICEF weiter.
Die UN-Agentur wies zudem auf die Europäische Kindergarantie und die EU-Kinderrechtsstrategie als Mechanismen hin, die „eine Chance bieten, eine ehrgeizige europäische öffentliche Politik zur Prävention und Bekämpfung von Kinderarmut und sozialer Ausgrenzung zu strukturieren.“