Kampf gegen Wölfe: Hat von der Leyen ihre Position missbraucht?

Die niederländische EU-Abgeordnete Leonie Vestering (PvdD/EU Left) hat der EU-Kommissionspräsidentin vorgeworfen, einen persönlichen Rachefeldzug zu führen. Zuvor hatte die EU-Kommission den Schutzstatus der Wölfe infrage gestellt.

Euractiv.com
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Von der Leyen sagte, sie werde immer diejenigen unterstützen, „die die EU reformieren wollen“, wie zum Beispiel das Europäische Parlament. [Shutterstock/Alexandros Michailidis]

Die niederländische Abgeordnete Leonie Vestering (PvdD/EU Left) hat der EU-Kommissionspräsidentin vorgeworfen, einen persönlichen Rachefeldzug zu führen. Zuvor hatte die EU-Kommission den Schutzstatus der Wölfe infrage gestellt.

Am Montag forderte von der Leyen eine „neue Phase“ im Umgang der EU mit Wölfen und betonte, dass die Spezies zu einer „echten Gefahr für Nutztiere und möglicherweise auch für Menschen“ geworden sei. Umweltschützer vermuten einen anderen Beweggrund, war doch ihr Lieblingspony Dolly zuletzt einem Wolf zum Opfer gefallen.

„Wollen wir zulassen, dass Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ihre Macht für eine persönliche Rache missbraucht, weil eines ihrer Ponys dem Wolf zum Opfer gefallen ist?“, fragte Vestering am Donnerstag.

„Wenn der Wolf nicht mehr geschützt wird, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er wie im 19. Jahrhundert durch die Jagd ausgerottet wird“, fügte sie hinzu.

Eines der Ponys der Kommissionschefin wurde im September letzten Jahres von einem Wolf getötet, und von der Leyens deutsche Heimatregion Hannover erteilte später im Dezember eine offizielle Abschussgenehmigung für den straffälligen Wolf.

Landwirtschaftsverbände setzen sich seit langem für eine strengere Haltung gegenüber Wölfen ein, da viele ihren Viehbestand durch das Raubtier bedroht sehen.

Es überrascht wenig, dass Vestering von Caroline van der Plas, der Vorsitzenden der aufstrebenden Bauernpartei Bauern-Bürger-Bewegung (BBB), in ihrer Kritik widersprochen wurde. 

Sie widersprach Vesterings Vorwurf und wies darauf hin, dass der Vorfall mit ihrem Pony von der Leyen möglicherweise nur die Augen für die Unzulänglichkeiten der Politik geöffnet habe.

Von der Leyens eigene EVP-Fraktion hat für die kommende Woche eine Plenardebatte zu diesem Thema im Europäischen Parlament beantragt. Auch dort will man schon länger gegen Wölfe vorgehen.