Kasachstan unternimmt entschlossene Schritte gegen das Coronavirus
Trotz der relativ geringen Zahl bestätigter Coronavirus-Fälle und bisher eines ersten Todesfalls, der am Donnerstag gemeldet wurde, nehmen die Behörden in Kasachstan - einem Nachbarland Chinas - die Coronavirus-Pandemie sehr ernst.
Trotz der relativ geringen Zahl bestätigter Coronavirus-Fälle und bisher eines ersten Todesfalls, der am Donnerstag gemeldet wurde, nehmen die Behörden in Kasachstan – einem Nachbarland Chinas – die Coronavirus-Pandemie sehr ernst.
Berichten zufolge hat sich die Regierung Kasachstans seit Beginn des COVID-19-Ausbruchs Ende Januar auf mögliche Herausforderungen für die Gesundheitsversorgung vorbereitet. Eine Sonderkommission der Regierung hat im Vorfeld einen Aktionsplan zum Schutz der Bevölkerung ausgearbeitet. Seit Februar, noch vor den Ländern Europas, begann Kasachstan damit, die nationalen Grenzen für einige fremde Länder mit hoher Epidemiegefahr zu schließen, und allen Bürgern wurde geraten, Auslandsreisen zu vermeiden.
Am 15. März rief Präsident Qassym-Schomart Toqajew landesweit den Ausnahmezustand aus. In seinem Dekret erklärte der Präsident, dass die Ein- und Ausreise für alle Personen mit Ausnahme von Diplomaten und offiziellen Delegationen, von der Regierung eingeladenen Personen und Ausländern unter bestimmten Bedingungen eingeschränkt werde.
Darüber hinaus führte der Erlass Quarantänemaßnahmen ein und erlegte ein Betriebsverbot für Einkaufs- und geschlossene Unterhaltungszentren auf. Kindergärten, Schulen und Universitäten wurden auf Empfehlung von medizinischen Experten ebenfalls geschlossen.
Am 23. März wandte sich der Präsident dann an die Staatskommission, die sich mit dem Ausnahmezustand befasst. Um eine weitere Infektionswelle zu verhindern, wurden daraufhin verschärfte Quarantänemaßnahmen eingeführt.
Kasachstan ist bisher in Bezug auf bestätigte Coronavirus-Fälle weitaus weniger betroffen als andere Länder, trotz einer langen Landgrenze zu China, wo die ersten Fälle festgestellt worden waren.
Am Donnerstag gab es in Kasachstan 109 gemeldete Coronavirus-Fälle. Außerdem wurde nun der erste Todesfall in Zusammenhang mit der Erkrankung gemeldet.
Als die ersten Maßnahmen der Regierung bekannt gegeben wurden, gab es in Kasachstan nur eine Handvoll bestätigter COVID-19-Fälle. Die Behörden des Landes sagen, sie hätten die Lehren aus den Erfahrungen anderer Länder gezogen, in denen das Virus stark verbreitet ist. Man halte es daher für lebenswichtig, unabhängig von der Zahl der tatsächlich Betroffenen strenge Präventivmaßnahmen zu ergreifen.
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Wie zu erwarten war, ist die Zahl der bestätigten Fälle in den beiden größten Städten des Landes – der Hauptstadt Nur-Sultan und der bevölkerungsreichsten Stadt Almaty – inzwischen gestiegen. Aus diesem Grund hat der Präsident Kasachstans am 23. März die beiden Städte unter Quarantäne gestellt.
Die Behörden haben nicht nur den Personen- und Fahrzeugverkehr eingeschränkt, sondern auch die öffentlichen Verkehrsmittel reduziert und Restaurants angewiesen, auf den reinen Lieferbetrieb umzustellen. Um die Isolierung dieser Stadtzentren durchzusetzen, kündigte der Präsident außerdem an, Sanktionen gegen Personen zu verhängen, die gegen die Quarantänebestimmungen verstoßen.
Wirtschaftsmaßnahmen
Die kasachische Regierung hat des Weiteren wirtschaftliche Maßnahmen ergriffen, um bestimmte Gruppen zu schützen, die stärker betroffen sein werden als andere. Die am stärksten gefährdeten seien dabei Familien, die ihre Einkommensquellen verloren haben und über kein wirtschaftliches „Sicherheitsnetz“ verfügen. Die Zahlung von Zinsen auf alle Kredite der von der Krise Betroffenen wird ausgesetzt. Darüber hinaus sollen kinderreiche Familien, Menschen mit Behinderungen und andere sozial schwache Gruppen kostenlose Lebensmittel erhalten, die hauptsächlich aus einheimischen Produkten bestehen.
Um dies weiter zu unterstützen, kündigte der Präsident Initiativen zur regionalen Überwachung des Niveaus der „sozial wichtigen Güter“ an, um die Bevölkerung vor plötzlichen Preissprüngen zu schützen. Die Gouverneure sollen den interregionalen Fluss solcher grundlegender Produkte koordinieren, um lokale Defizite zu beseitigen und Panikkäufe von lebenswichtigen Gütern zu verhindern.
Außerdem wurden konkrete Maßnahmen zur Unterstützung des Finanzsektors und der Wirtschaft vorgeschlagen. Der Präsident kündigte an, Kasachstan werde zehn Milliarden Dollar für Anti-Krisen-Maßnahmen im ganzen Land bereitstellen – über Steuervergünstigungen und lokale Unterstützung hinaus. 740 Millionen werden in Maßnahmen zur Förderung der Beschäftigung fließen.
Extrazahlungen in Höhe eines Monatsgehalts werden an Ärzte, Polizeibeamte und andere Spezialisten, die sich im Kampf gegen das Coronavirus engagieren, sowie an Menschen, die durch den Ausnahmezustand Einkommensverluste erlitten haben, geleistet. Zur Unterstützung der Unternehmen ordnete das Staatsoberhaupt für die Dauer des Ausnahmezustands einen Zahlungsaufschub für die Rückzahlung von Bankkrediten durch kleine und mittlere Unternehmen sowie einen Zahlungsaufschub für alle Arten von Steuern und anderen Abgaben für einen Zeitraum von drei Monaten an.
Um Panik zu vermeiden und der Desinformation entgegenzuwirken, wies der Präsident das Ministerium für Information und öffentliche Entwicklung ferner an, tägliche Briefings abzuhalten. Zur besseren Verbreitung der wichtigsten Nachrichten der kasachischen Führung wurde inzwischen die Website coronavirus2020.kz eingerichtet. Mit ihr soll die Bevölkerung weiterhin über die Maßnahmen der Regierung im Kampf gegen die Pandemie informiert werden.