Klonen von zum Verzehr bestimmten Tieren: EU-Experten unsicher [DE]
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat keine Sicherheitsbedenken in Bezug auf Lebensmittel, die aus geklonten Rindern und Schweinen oder deren Nachwuchs hergestellt werden. Trotzdem betont sie, es lägen bislang noch keine ausreichenden wissenschaftlichen Daten vor. Außerdem habe das Klonen bedeutende negative Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlergehen der Tiere.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat keine Sicherheitsbedenken in Bezug auf Lebensmittel, die aus geklonten Rindern und Schweinen oder deren Nachwuchs hergestellt werden. Trotzdem betont sie, es lägen bislang noch keine ausreichenden wissenschaftlichen Daten vor. Außerdem habe das Klonen bedeutende negative Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlergehen der Tiere.
Das endgültige wissenschaftliche Gutachten der ESFA zu den Auswirkungen des Klonens von Tieren auf die Lebensmittelsicherheit, die Gesundheit und das Wohlergehen der Tiere sowie auf die Umwelt, das am 15. Juli 2008 angenommen wurde, kommt zu dem Schluss, dass das Klonen von Rindern und Schweinen in Bezug auf die Lebensmittelsicherheit wahrscheinlich unbedenklich sei. Es räumt aber auch ein, dass die Arbeit des wissenschaftlichen Ausschusses wegen fehlender Daten sehr schwierig sei.
Das Gutachten bewertet lediglich die Risiken, die beim Klonen von Rindern, Schweinen und deren Nachwuchs entstehen, da die Bewertung anderer Tiere auf der Grundlage des derzeitigen Wissenstandes nicht möglich sei, so der Ausschuss.
Der Vorsitzende des wissenschaftlichen Ausschusses der ESFA, Vittorio Silano, sagte bei der Vorlage des Gutachtens am 24. Juli, dass der Ausschuss die Unsicherheiten hervorheben wolle, die bei der Bewertung der Risiken bestünden. Diese Unsicherheiten bestünden, da nur eine geringe Zahl an Studien verfügbar sei, nur wenige Fälle untersucht worden seien und ein einheitlicher Ansatz fehle, um alle relevanten Bereiche zu berücksichtigen, fügt er hinzu.
Darum sei es wichtig, dass das Gutachten auf den neuesten Stand gebracht und überarbeitet werde, wenn neue Daten und Entwicklungen in diesem Bereich vorlägen, so Silano.
Das Gutachten betont besonders die Gesundheit und das Wohlergehen der Tiere. Der Ausschuss bemerkte, dass bei geklonten Tieren im Vergleich zu auf herkömmliche Weise gezüchteten Tieren bedeutende Probleme hinsichtlich Gesundheit und Wohlergehen bestünden.
Interessanterweise führt eine EU-Richtlinie zum Schutz der Tiere, die zu landwirtschaftlichen Zwecken gehalten werden, an, dass „natürliche oder künstliche Zuchtmethoden, die den Tieren Leiden oder Schaden zufügen“ nicht angewendet werden dürfen.
John Collins, ein Mitglied des wissenschaftlichen Ausschusses der ESFA, kommentierte das Gutachten und sagte, die Wahrheit sei, dass alle Beteiligten sich darüber im Klaren seien, dass gesunde Nahrung von gesunden Tieren stamme.
Der Ausschuss empfiehlt, unter anderem, weitere Untersuchungen zur Anfälligkeit von geklonten Tieren und deren Nachwuchs für Krankheiten und übertragbare Infektionen, wenn diese unter herkömmlichen landwirtschaftlichen Bedingungen gehalten und gezüchtet werden.
Hinsichtlich der Auswirkungen auf die Umwelt sagte der Ausschuss, diese seien derzeit nicht absehbar, da auch hierzu nicht ausreichend Datenmaterial vorläge. Bezüglich der Biodiversität führt das Gutachten an, dass das Klonen scheinbar keine unmittelbare Auswirkung auf die genetische Vielfalt habe, in dem Sinne, dass keine neuen genetischen Veränderungen hervorgerufen würden. Jedoch könne es einen indirekten Effekt haben, wenn bei der Zucht eine begrenzte Anzahl Tiere überbeansprucht werde.
Auf die Frage, inwieweit die US-Lebensmittelbehörde (FDA) die Gesundheit und das Wohlergehen der Tiere berücksichtigt habe, bevor sie Anfang 2008 ein positives Gutachten über die Marktzulassung von Lebensmittelprodukten, die vom Nachwuchs geklonter Tiere stammen, abgegeben habe, sagte Silano, die FDA beschäftigte sich nicht mit dem Wohlergehen der Tiere, da dies nicht Teil ihrer Aufgabe sei.
Er fügte hinzu, dass die Regulierungssysteme in der EU und den USA sich im Hinblick auf die Aspekte des Wohlergehens der Tiere im Lebensmittelsektor deutlich voneinander unterschieden. Er räumte ein, dass dies, was das Risikomanagement betrifft, zu Meinungsunterschieden führen könne.