KMUs spüren keine Vorteile aus grünem Stimulierungsplan [DE]
Der europäische Plan zur Stimulierung der Wirtschaft hat kleinen Unternehmen im Bereich der Umwelttechnologie nur langsam geholfen, so Eurochambres, die Dachorganisation der Handelskammern in der EU.
Der europäische Plan zur Stimulierung der Wirtschaft hat kleinen Unternehmen im Bereich der Umwelttechnologie nur langsam geholfen, so Eurochambres, die Dachorganisation der Handelskammern in der EU.
Ben Butters, Leiter der Abteilung Europäische Angelegenheiten bei Eurochambres, sagte, dass kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) klare Signale von politischen Entscheidungsträgern bräuchten, um Innovation in der europäischen Wirtschaft zu entfachen.
„Grüne Elemente des Stimulierungspakets sind noch nicht bei den KMUs vor Ort angekommen”, sagte er und fügte hinzu, dass kleine Firmen ein effektives Mittel sein können, um neue grüne Technologien an den Markt zu bringen.
„Innovative Kleinunternehmen sind Vorreiter, wenn es um umweltfreundliche Technologien geht. Sie könnten noch viel mehr machen, wenn die entsprechende Infrastruktur vorhanden wäre“, so Butters.
EIT kann Brücke zwischen Industrie und Wissenschaft schlagen
Er forderte weniger Abstand zwischen Forschungsinstitutionen und der Industrie, um eine schnellere Markteinführung von neuen Technologien zu ermöglichen. Das vor kurzem gegründete Europäische Innovations- und Technologieinstitut (EIT) könnte eine Schlüsselrolle bei der Lösung dieses Problems einnehmen, sagte er.
„Das EIT hat das Potenzial, diese Kluft zu überwinden. Wir hoffen, dass der Verwaltungsrat den Fokus auf KMUs als eine Priorität beibehalten wird“, sagte Butters.
In seinem ersten Aufruf für Wissens- und Innovationsgemeinschaften (KICs) betonte das EIT, dass die neuen Partnerschaften neue Möglichkeiten für KMUs schaffen und die Verbindungen zwischen Universitäten, Forschung und Unternehmen stärken würden.
Experten für Technologietransfer haben Kleinunternehmen als effizientes Mittel für die Markteinführung neuer Innovationen ausgemacht (EURACTIV vom 17. April 2009). Eurochambres teilte diese Ansicht und hielt fest, dass KMUs sich schneller als etablierte Firmen bewegten, weil „sie durch ihre strafferen Entscheidungsstrukturen sehr schnell Risiken eingehen und Entscheidungen treffen können.“
Butters sagte, der öffentliche Sektor könne ein Beispiel für die Gesamtwirtschaft abgeben, indem er mit Initiativen in Bereichen wie das elektronische Beschaffungswesen voranschreitet. Er nannte Spanien als Beispiel für ein Land, wo der öffentliche und der private Sektor ihre Steuererklärungen auf elektronischem Wege einreichen und so Technologie in ihre täglichen Abläufe eingefügt hätten.
KMUs sollen grüne Technologie in neuen Märkten verkaufen
Schwellenländer werden laut Butters eine wesentliche Region für innovative europäische KMUs werden. Eurochambres führt in Indien ein Zentrum für Unternehmen und Technologie, das zum Teil von der EU finanziert wird und dessen Arbeit darin besteht, europäischen Firmen, die in umweltfreundlichen Technologien involviert sind, bei einer dortigen Markteinführung ihrer Produkte zu helfen.
„Dies ist ein gutes Beispiel dafür, wie die EU die europäische Wettbewerbsfähigkeit vorantreiben kann”, sagte er.
Währenddessen stellen einige Handelskammern nun Berater ein, die Firmen auf allen Punkten der Innovationsskala dabei helfen können, ihren CO2-Ausstoß zu verringern.
„Diese können der erste Anlaufpunkt für Firmen werden, die Informationen über Energieeffizienz in ihrem eigenen Büro suchen”, sagte Butters.