Kommission bekämpft „inakzeptable“ Ungleichheit im Gesundheitssektor [DE]
Die europäische Kommission will vor Ende des Jahres ein Dossier herausgeben, das die wachsende Ungleichheit im Gesundheitssektor in den EU-Mitgliedstaaten ansprechen wird.
Die europäische Kommission will vor Ende des Jahres ein Dossier herausgeben, das die wachsende Ungleichheit im Gesundheitssektor in den EU-Mitgliedstaaten ansprechen wird.
Die Generaldirektion Gesundheit und Verbraucher, sowie die Generaldirektion Beschäftigung arbeiten momentan an dem Konzept, in dem Gesundheit am Arbeitsplatz höchstwahrscheinlich eine Rolle spielen wird.
Bei einem Treffen in Brüssel, das vom European Policy Centre ausgerichtet worden war, sagte die EU-Kommissarin für Gesundheit Androulla Vassiliou, die unterschiedlichen Niveaus der gesundheitlichen Versorgung in Europa seien „inakzeptabel“.
Sie wolle, dass es den EU-Bürgern gesundheitlich gut gehe und jeder Mensch Zugang zu einer gesundheitlichen Versorgung auf hohem Niveau habe, egal wo man lebe, welchen Beruf man ausübe und wie viel man verdiene. Leider sehe die Realität zurzeit ganz anders aus, sagte Vassiliou.
Sie wies auf große Diskrepanzen zwischen verschiedenen Ländern und sozialen Gruppen hin. So betrage die Differenz der Gesamtzahl an gesunden Lebensjahren, die ein Mensch habe, in der EU insgesamt 18 Jahre.
Die fünf Milliarden Euro, die ärmeren Regionen durch Strukturfonds zur Verbesserung der Situation bereitgestellt wurden, seien lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein.
Eine Bevölkerung die bei guter Gesundheit sei, bedeute eine starke, produktive Arbeiterschaft, die weniger Krankheitstage im Jahr habe, weniger medizinische Unterstützung benötige und die im Alter länger arbeiten könne, sagte die Kommissarin.
Ein Sprecher von Vassiliou sagte, Wirtschaftspartner würden angesprochen, zu Rate gezogen und um Unterstützung gebeten.
Die Statisken:
- Den neuesten Statistiken von Eurostat zufolge beträgt der Unterschied in der Lebenserwartung zwischen den EU-Ländern acht Jahre für Frauen (Bulgarien 76,3 Jahre; Frankreich 84,4 Jahre) und 13 Jahre für Männer (Lettland 65,4 Jahre; Schweden 78,8 Jahre)
- Es gibt Anhaltspunkte, dass sich die Sterblichkeit bei vielen Mitgliedstaaten (sowohl alte als auch neue) in den letzten Jahrzehnten weiter auseinander bewegt hat
- In Rumänien werden 23-mal mehr Fälle von Tuberkulose verzeichnet als in Schweden (pro 100.000 Einwohner)
- In Litauen sterben 12-mal mehr Menschen an Herzkrankheiten als in Frankreich
- In Ungarn gibt es fünf-mal mehr Fälle von Lungenkrebs als in Schweden