Kommission schlägt einheitliche Ladegeräte bis 2024 vor
Das EU-Parlament, der Rat und die Kommission haben sich am Dienstag (7. Juni) auf eine gemeinsame Lösung zum Aufladen von Geräten geeinigt, die als harmonisierte EU-Norm für alle Smartphones, Laptops und andere elektronische Geräte gelten wird.
Das EU-Parlament, der Rat und die Kommission haben sich am Dienstag (7. Juni) auf eine gemeinsame Lösung zum Aufladen von Geräten geeinigt, die als harmonisierte EU-Norm für alle Smartphones, Laptops und andere elektronische Geräte gelten wird.
Im September schlug die Europäische Kommission vor, Ladekabel für Smartphones, Tablets, Digitalkameras, Kopfhörer, Headsets, tragbare Spielkonsolen und Lautsprecher zu harmonisieren, indem sie den USB-Typ-C-Anschluss vorschreibt.
Auf Drängen des Europäischen Parlaments wird die Verordnung auch für Laptops, E-Reader, Navigationssysteme, Tastaturen und Mäuse gelten. Die Liste wird regelmäßig angepasst werden – erstmals nach drei Jahren und anschließend alle fünf Jahre.
„Die europäischen Verbraucher:innen waren lange frustriert, weil sich mit jedem neuen Gerät zusätzliche Ladegeräte anhäuften. Jetzt werden sie ein einziges Ladegerät für alle ihre tragbaren Elektrogeräte verwenden können“, sagte Alex Agius Saliba, der für das Dossier zuständige Abgeordnete.
Nach Schätzungen der Europäischen Kommission können durch die Wiederverwendbarkeit von Ladegeräten für verschiedene elektronische Geräte jedes Jahr 11.000 Tonnen Elektroschrott vermieden werden.
Politische Ambitionen und technische Zwänge
Das EU-Parlament fordert diese Maßnahme schon seit langem, die erste Entschließung wurde bereits 2009 angenommen. In Zusammenarbeit mit Vertreter:innen der Industrie gelang es der Kommission, die Anzahl der Smartphone-Ladegeräte von über dreißig auf nur drei Typen zu reduzieren.
Die Branche konnte sich jedoch nicht auf eine einzige Ladelösung einigen, was die EU-Exekutive dazu veranlasste, ihren Ansatz zu ändern.
Die Europaabgeordneten sprachen sich für eine wesentlich ehrgeizigere Lösung aus als im ursprünglichen Vorschlag vorgesehen, stießen jedoch auf technische Grenzen.
Nur kleine und mittelgroße Geräte wurden in den Anwendungsbereich aufgenommen, da größere Geräte eine höhere Spannung benötigen als beispielsweise ein Smartphone. Außerdem wurde die Ladegeschwindigkeit von Schnellladekabeln harmonisiert, damit sie mit verschiedenen Geräten kompatibel sind.
Die im EU-Rat versammelten Mitgliedstaaten zeigten sich in dieser Frage weniger ehrgeizig und hielten sich in Bezug auf den Geltungsbereich hauptsächlich an den Vorschlag der Kommission. Dennoch war Frankreich, das die EU-Länder vertrat, sehr daran interessiert, die Verhandlungen vor dem Ende seiner rotierenden Ratspräsidentschaft abzuschließen.
Auswahl und Information für Verbraucher:innen
Die EU-Rechtsvorschrift befasst sich mit dem Problem der Produktbündelung, einer wettbewerbswidrigen Praxis, die darin besteht, dass zwei oder mehr Produkte zwangsläufig in einem einzigen Paket gekauft werden müssen. Infolgedessen können die Verbraucher:innen künftig wählen, ob sie das Gerät mit oder ohne Ladegerät kaufen wollen.
Die Europäische Kommission wird die Marktlage nach vier Jahren neu bewerten und dann möglicherweise strengere Vorschriften gegen die Bündelung einführen.
Darüber hinaus muss der Hersteller standardisierte Informationen über die Ladeeigenschaften des Geräts bereitstellen, damit die Kund:innen wissen, ob ihre vorhandenen Ladegeräte kompatibel sind.
Drahtlose Ladegeräte
Die EU-Exekutive wird außerdem ein Auge auf das kabellose Laden haben müssen, eine Technologie, die noch nicht ausgereift genug ist, um eine verbindliche Norm einzuführen, die aber zunehmend eingesetzt wird.
Die Rechtsvorschriften sehen vor, dass die Kommission nach zwei Jahren bei einer Organisation zur Standardisierung einen Antrag auf eine technische Norm für drahtlose Ladegeräte einreicht. Sie wird dann in der Lage sein, diesen Vorschlag im Wege der Sekundärgesetzgebung als verbindlich einzuführen.
„Mit klaren Vorgaben für eine Norm für kabelloses Laden wird das einheitliche Ladekabel mit der technischen Entwicklung Schritt halten“, sagte die grüne Europaabgeordnete Anna Cavazzini.
Zeitplan
Im September oder Oktober soll die informelle Einigung durch eine formelle Verabschiedung bestätigt werden; danach wird es zwei Jahre dauern, bis sie zur Anwendung kommt. Die Übergangszeit für Laptops wurde bereits auf 40 Monate verlängert.
Die neuen Regeln gelten nicht für Produkte, die vor dem Zeitpunkt der Rechtskräftigkeit auf den Markt gebracht wurden.
[Bearbeitet von Alice Taylor]