Kommission stellt Überlegungen zur Zukunft von Investitionsfonds an [DE]

Die Kommission stellt Überlegungen zur Zukunft von Investmentfonds an  – wie kann man sie fördern und gleichzeitig eine flexible Marktentwicklung garantieren und Investoren schützen? Vor allem 'Hedge Fonds' sind umstritten. Für die einen sind sie der Ertragsgarant der Zukunft, andere kritisieren sie als instabil. Drei neue Studien beleuchten die Sachlage.

Die Kommission stellt Überlegungen zur Zukunft von Investmentfonds an  – wie kann man sie fördern und gleichzeitig eine flexible Marktentwicklung garantieren und Investoren schützen? Vor allem ‚Hedge Fonds‘ sind umstritten. Für die einen sind sie der Ertragsgarant der Zukunft, andere kritisieren sie als instabil. Drei neue Studien beleuchten die Sachlage.

Hedge-Fonds

Hedge-Fonds greifen auf ein breites Spektrum an Techniken und Instrumenten zurück (wie z.B. Leerverkäufe oder Transaktionen mit Hebelwirkung). Diese Fonds unterliegen zurzeit keinen strikten Auflagen und können Anlagestrategien nutzen, die anderen nicht zur Verfügung stehen. Sie beinhalten ein hohes Risiko, können jedoch auch hohe Gewinne abwerfen. Hedge Fonds werden meist von erfahrenen Anlegern gewählt. Die Kommission untersucht zurzeit, ob die geltenden Rechtsvorschriften die Rentabilität von Hedge-Fonds einschränken und ob es besonderer Vorschriften für den Anlegerschutz bedarf.
Der Expertenbericht verlangt keine neuen Rechtsvorschriften, wirft jedoch eine Reihe von Fragen auf:

  • Unterschiedliche nationale Regelungen: Der  ‚Flickenteppich aus Rechtsvorschriften’ führe zu Verzögerungen, Kosten und verhindert die europaweite Vermarktung. Gegenseitige Anerkennung durch die Mitgliedstaaten sei unerlässlich. Möglicherweise bedürfe es auch Gesetzesänderungen, um den Fonds zu ermöglichen einen europäischen Prime Broker zu ernennen.
  • Öffentliche Investitionen in vielen Mitgliedstaaten: Die Abschaffung von  Beschränkungen sollte in Betracht gezogen werden.
  • Investitionsschwellen: Als Alternative zu einschränkenden Rechtsvorschriften lautet der Vorschlag, eine Schwelle von 50.000 EUR einzuführen, um kleine Investoren herauszufiltern
  • Sollten Hedge-Fonds dem Markt der privaten Anleger zugänglich gemacht werden? Dies ist eine umstrittene Frage. Einige argumentieren, dass die Fonds in diesem Fall den Regulierungsbestimmungen der OGAW-Fonds unterliegen müssten.

‚Private Equity’-Fonds

Privates Beteiligungskapital spielt eine wichtige Rolle bei der Finanzierung von neuen Unternehmen. Die Rechtsvorschriften variieren jedoch von Mitgliedstaat zu Mitgliedstaat und Anleger können steuerlichen und gesellschaftsrechtlichen Hindernissen  gegenüberstehen. Die Experten betonen die bestehenden Probleme bei grenzüberschreitender Kapitalbeschaffung und der Platzierung von „Private Equity“-Fonds. Eine Harmonisierung der europäischen Systeme steht nicht auf der Liste der Forderungen der Experten, jedoch eine gegenseitige Anerkennung der bestehenden nationalen Gesetze.

Private Anleger

Dieser Bereich wird von der OGAW-Richtlinie umfasst. Der Expertenbericht macht eine Reihe von Änderungsvorschlägen zu dieser Richtlinie, die in den nächsten drei Jahren umgesetzt werden sollten. Zu diesen gehören:

  • Hemmnisse, wie die Verzögerung von Zulassungen, müssen abgebaut werden, um die effiziente Betreibung der Fonds zu sichern; ein EU-Pass sollte eingeführt werden und grenzüberschreitende Fusionen ermöglicht werden.
  • Die Richtlinie sollte im Sinne des Lamfalussy-Ansatzes umstrukturiert werden, damit sie an veränderte Marktbedingungen angepasst werden kann.
  • Anlegerschutzmaßnahmen müssen eine vorrangige Priorität bleiben.