Kommission will besser auf Gesundheitsbedrohungen vorbereitet sein
Die Europäische Kommission und die Europäische Investitionsbank kündigten am Mittwoch (12. Juli) die Gründung der Initiative HERA Invest an, die 100 Millionen Euro für innovative Lösungen für künftige Gesundheitsbedrohungen bereitstellt.
Die Europäische Kommission und die Europäische Investitionsbank kündigten am Mittwoch (12. Juli) die Gründung der Initiative HERA Invest an, die 100 Millionen Euro für innovative Lösungen für künftige Gesundheitsbedrohungen bereitstellt.
HERA Invest, eine Leitinitiative der Europäischen Behörde für Notfallvorsorge und -bewältigung im Gesundheitswesen (HERA), wird das Programm InvestEU um weitere 100 Millionen Euro ergänzen, um Forschung und Entwicklung im Zusammenhang mit vorrangigen Gesundheitsbedrohungen zu unterstützen, die über das Programm EU4Health finanziert werden.
Nach Angaben der Kommission wird HERA Invest die Forschung und Entwicklung in Europa fördern, um die strategische Autonomie zu stärken und Marktversagen zu verringern, wenn die finanziellen Ressourcen den Finanzierungsbedarf nicht decken. Außerdem sollen öffentliche Mittel als Anreiz für private Investitionen genutzt und neue medizinische Gegenmaßnahmen zum Schutz vor Gesundheitsbedrohungen entwickelt werden.
„Mit HERA Invest investieren wir 100 Millionen Euro in die Förderung von Forschung und Entwicklung, um neue innovative medizinische Gegenmaßnahmen zu entwickeln, mit denen wir uns besser auf künftige Gesundheitsbedrohungen vorbereiten können“, sagte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides in einer Pressemitteilung nach der Ankündigung.
„HERA Invest wird zusätzliche private und öffentliche Investitionen anziehen und europäischen Unternehmen die Sicherheit geben, die sie brauchen, um in bahnbrechende Innovationen zur Bekämpfung vorrangiger Gesundheitsbedrohungen zu investieren“, so die EU-Gesundheitskommissarin weiter.
Das Finanzierungsinstrument HERA Invest richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die klinische Versuche zur Entwicklung medizinischer Gegenmaßnahmen (MCM) durchführen. MCM dienen der Diagnose, der Vorbeugung, dem Schutz vor oder der Behandlung von Krankheiten im Falle eines gesundheitlichen Notfalls.
Die MCM müssen auf die wichtigsten Gesundheitsbedrohungen abzielen, die HERA und die Mitgliedstaaten jährlich ermitteln. Im Juli 2022 wurden drei spezifische Gesundheitsbedrohungen von großer Tragweite ermittelt: Krankheitserreger mit hohem Pandemiepotenzial, chemische, biologische, radiologische und nukleare Bedrohungen (CBRN) und Antibiotikaresistenz (AMR).
Im Rahmen von HERA Invest wird die EIB Risikokredite in Höhe von maximal 50 Prozent der gesamten Projektkosten bereitstellen. Die Unternehmen müssen bereits Eigenkapital von professionellen Investoren beschafft haben, über ein tragfähiges Geschäftsmodell und einen Geschäftsplan verfügen und eine solide Unternehmensführung aufweisen. Die EIB wird in der Regel zwischen 15 und 30 Millionen Euro pro Projekt investieren.
Die EIB prüft die Förderungswürdigkeit einer Operation anhand festgelegter Kriterien und der wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Tragfähigkeit des Projekts.
„Diese Unterstützung ist von entscheidender Bedeutung, um Europa an der Spitze der Innovation zu halten, und sie könnte Millionen von Menschenleben auf der ganzen Welt retten, wenn ein neuer Gesundheitsnotstand eintritt“, sagte EIB-Vizepräsident Thomas Östros.
Ankündigung vor der Abstimmung im Parlament
Die Ankündigung erfolgte im Vorfeld der Abstimmung über einen Bericht zur COVID-19-Pandemie, der am Mittwoch (12. Juli) im Plenum des Europäischen Parlaments stattfindet.
Es handelt sich um den Abschlussbericht des COVI-Unterausschusses im EU-Parlament über die Lehren aus der Pandemie. Darin wird dazu aufgerufen, einen Blick auf die Zukunft zu werfen, indem vorausschauende Forschung zu potenziellen aktuellen und künftigen Bedrohungen wie chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Risiken betrieben wird.
Der Bericht unterstreicht die Notwendigkeit, die Widerstandsfähigkeit in Zeiten von Gesundheitskrisen sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene zu verbessern. Dies soll durch die Schaffung von Anreizen für Investitionen und die Entwicklung von Produktionslinien in der EU für Arzneimittel, Impfstoffe und andere medizinische Geräte geschehen.
HERA, das im September 2021 eingerichtet wurde, ist ein wichtiger Akteur bei der Stärkung der Fähigkeit Europas, grenzüberschreitende Gesundheitsnotfälle zu verhindern, zu erkennen und rasch darauf zu reagieren.
HERA ist auch eine wichtige Säule der Europäischen Gesundheitsunion, die die Europäische Kommission im November 2020 als Reaktion auf die COVID-19-Pandemie und als Mittel zur Vorbereitung auf künftige gesundheitliche Notfälle vorgeschlagen hat.
Die Einrichtung von HERA Invest ist eine der fünf Leitinitiativen von HERA, wie im Arbeitsplan 2023 dargelegt. Sie befasst sich mit den Herausforderungen und dem Versagen des Marktes und stärkt die offene strategische Autonomie der EU.
[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic]