Kroatiens Regierung will den Euro

Die kroatische Regierung hat eine Strategie verabschiedet, die den Wechsel zur Gemeinschaftswährung innerhalb von fünf bis sieben Jahren vorsieht. Die Opposition kritisiert den Plan.

EURACTIV.com
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Will möglichst schnell von der Kuna auf den Euro wechseln: Kroatiens Premierminister Andrej Plenković. [[Alexandros Michailidis / Shutterstock]]

Die kroatische Regierung hat am Donnerstag vergangener Woche eine neue Strategie verabschiedet, die den Wechsel zur Gemeinschaftswährung innerhalb von fünf bis sieben Jahren vorsieht. Die Opposition warnt hingegen, ein schneller Beitritt zum Euroraum könne nicht im Interesse Kroatiens sein.

Premierminister Andrej Plenković betonte vor der Kabinettssitzung am Donnerstag, das jüngste EU-Mitglied sei bereit, alles zu tun, um seine nationale Währung, die Kuna, abzuschaffen und den Euro einzuführen. Die Übernahme der gemeinsamen Währung sei „ein Segen“ für die Balkan-Nation, so der Premier.

In einer neuen Strategie wurden nun die erwarteten Kosten für die Währungsumstellung sowie ihr wirtschaftlicher Nutzen festgehalten und der zu verfolgende Prozess dargelegt. Offiziell gibt es keine Verpflichtung zum anvisierten Zeitrahmen.

Der ehemalige Europaabgeordnete Plenković unterstrich, Kroatien habe „ein relativ hohes Maß an Konvergenz“ mit den von der EU festgelegten Kriterien für die Einführung des Euro erreicht.

Eine der größten Herausforderungen ist aktuell der Abbau der Staatsverschuldung, die auf 78 Prozent des BIP gesunken ist und bis 2021 voraussichtlich 65 Prozent erreichen wird. Aus Sicht des Premierministers zeigt dieser Rückgang, dass seine Regierung eine „verantwortungsvolle Wirtschaftspolitik“ betreibe.

Nun soll ein nationaler Rat für die Einführung des Euro eingesetzt werden, der die wichtigsten makroökonomischen Kriterien (stabile Währung, niedrige Inflation) überwachen wird, bevor der Prozess zum Beitritts in die Eurozone offiziell eingeleitet wird.

Doch nicht alle in der Adria-Republik sind für den geplanten Währungswechsel. Ivan Vilibor Sinčić, Vorsitzender einer immer beliebter werdenden populistischen Partei, sagte am Donnerstag, Plenkovićs Aktion sei lediglich ein Teil des Plans des Premierministers, schlussendlich Präsident der Europäischen Kommission zu werden.

Sinčić, der die populistische Živi Zid-Partei („Lebende Wand“) anführt, sagte Reportern, ein Abwenden von der Kuna – einem Symbol der nationalen Souveränität – könne nur zu „schädlichen wirtschaftlichen Folgen“ führen. Er warnte, die Länder an der Peripherie der Eurozone würden den Kernmitgliedern untergeordnet bleiben.

Wirtschaftsministerin Martina Dalić hingegen sieht Kroatien als einen „sehr guten Kandidat“ für den Beitritt zur Eurozone und verwies auf den hohen Anteil an kroatischen Spareinlagen, die in der Einheitswährung angelegt sind. Sie bestätigte, der gesamte Übergangsprozess könne „zwischen fünf und sieben Jahren“ dauern.

Kroatien ist der EU im Jahr 2013 beigetreten und will neben der Eurozone auch dem Schengen-Raum beitreten.

Obwohl von neuen EU-Mitgliedern erwartet wird, dass sie den Euro im Laufe der Zeit einführen, haben Länder wie Dänemark und das Vereinigte Königreich spezifische Opt-out-Möglichkeiten erhalten, während andere wie Schweden beschuldigt werden, die eigentlich unvermeidliche Euro-Übernahme hinauszuzögern. Auch Polen, Ungarn und die Tschechische Republik hegen keinerlei Pläne für einen schnellen Beitritt zur Eurozone.