Kürzere Masterstudiengänge: Dänemark präsentiert umstrittenen Plan
Die Dauer vieler Masterstudiengänge soll laut einem Bildungsreformplan, den die dänische Regierung am Donnerstag vorstellte, halbiert werden. Von Experten und Opposition kommt scharfe Kritik an den Plänen.
Die Dauer vieler Masterstudiengänge soll laut einem Bildungsreformplan, den die dänische Regierung am Donnerstag vorstellte, halbiert werden. Von Experten und Opposition kommt scharfe Kritik an den Plänen.
Mit ihrer am Donnerstag vorgestellten neuen Bildungsreform will die dänische Regierung unter anderem fast die Hälfte der 500 Masterstudiengänge des Landes verkürzen, sodass sie statt zwei Jahren nur noch ein Jahr und drei Monate dauern.
Die Reform stellten die dänische Ministerin für Forschung und Bildung Christina Egelund, der Minister für Kinder und Bildung Mattias Tesaye sowie Wirtschaftsminister Troels Lund Poulsen auf einer Pressekonferenz vor.
„Wir tun dies in einigen Fällen, um neue Universitätsprogramme zu haben, die einen viel klareren Fokus auf den Arbeitsmarkt haben als das, was wir heute haben“, sagte Christina Egelund.
Aus Sicht der neuen Ministerin für Forschung und Bildung ist dies ein erster Schritt, um das Bildungssystem aufzubrechen, das ihrer Meinung nach aktuell „sehr verschlossen“ ist.
Gleichzeitig wird die dänische Regierung einige Masterstudiengänge auf eine Dauer von 2,5 bis drei Jahren verlängern.
„Zum Beispiel dort, wo die Technologie so kompliziert ist, dass es länger dauert, das Studium abzuschließen“, sagte Egelund und nannte die Bereiche Quanten- und Nanotechnologie sowie Gesundheits- und Biowissenschaften.
Die Opposition zeigte sich jedoch wenig begeistert von der Initiative. Sie argumentiert, die Reform würde eine Delle in das ansonsten qualitativ hochwertige dänische Bildungssystem reißen. Einige Kritiker sehen darin auch eine versteckte Sparmaßnahme, vor allem bei den Geistes- und Sozialwissenschaften.
„Ich verstehe nicht, warum die Reform überhaupt kommt, die Studierenden bekommen Jobs und wir haben eine relevante Ausbildung“, sagte Esben Bjørn Salmonsen, Vorsitzender des gemeinsamen dänischen Studentenrats, gegenüber dem Fernsehsender TV 2.
„Wie können wir alles in der Hälfte der Zeit lernen?“, fragte er.
Auch politisch stößt der Gesetzesentwurf auf Widerstand, die bildungspolitische Sprecherin der radikalen Linken, Katrine Robsøe, nannte ihn „eine wirklich schlechte Idee.“
„Ich finde es erschreckend, dass wir zum ersten Mal in der Geschichte eine Regierung haben, die das erklärte Ziel hat, das Bildungsniveau zu senken“, sagte sie gegenüber TV 2.
Sie glaubt, dass die Regierungskoalition, die sich aus Sozialdemokraten, Liberalen und Moderaten zusammensetzt, damit eine Sparpolitik betreiben will, die letztlich den Studierenden schade.
Den Plänen der Regierung zufolge könnten die ersten Studierenden im Jahr 2028 mit den geänderten Masterstudiengängen beginnen.