Medizinern fehlt Wissen über Fettleibigkeit [DE]
Eine Umfrage zeigt, dass krankhaft übergewichtige Patienten in vielen europäischen Staaten keinen Zugang haben zu einer Behandlung, die auf ihre Krankheit angepasst ist, sondern auf ungeschulte Allgemeinmediziner angewiesen sind.
Eine Umfrage zeigt, dass krankhaft übergewichtige Patienten in vielen europäischen Staaten keinen Zugang haben zu einer Behandlung, die auf ihre Krankheit angepasst ist, sondern auf ungeschulte Allgemeinmediziner angewiesen sind.
Eine europäische Studie über krankhaftes Übergewicht weist auf bemerkenswerte Defizite der medizinischen Versorgung hin. Wenige Mediziner durchliefen eine angemessene Ausbildung, mit der sie der wachsenden Zahl an Patienten gerecht würden, die eine Behandlung ihres Übergewichts oder von Fettleibigkeit benötigten. Somit seien adipöse Patienten meist abhängig von ungeschulten Allgemeinmedizinern oder anderen Ärzten ohne Erfahrungen auf diesem Gebiet.
Die vorläufigen Ergebnisse der Umfrage, die von der European Association for the Study of Obesity 2007 durchgeführt wurde, wurden während des 15. Europäischen Kongresses zur Fettleibigkeit vorgelegt, der vom 22. bis 25. April 2007 in Ungarn stattfand. Der diesjährige Kongress bietet eine internationale Diskussionsplattform über die neuesten Forschungsentwicklungen im Bereich der Fettleibigkeit.
Bei der Eröffnung der Konferenz forderten rund 2500 Experten die Regierungen und Gesundheitsminister auf, intensive Forschungsprogramme stärker zu unterstützen und ihre Bemühungen zu intensivieren, um die Adipositas-Epidemie zu bekämpfen, welche eine große gesundheitliche und soziale Belastung darstelle, die Lebensqualität der Bürger mindere und die Lebenserwartung senke.
Bei der Europäischen Ministerkonferenz zur Bekämpfung der Fettleibigkeit, die im November 2006 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) einberufen wurde, verabschiedeten die Gesundheitsminister die Europäische Charta, in der sie sich verpflichten, Fettleibigkeit an oberste Stelle der Agenden der europäischen öffentlichen Gesundheit und Politik zu stellen und die Zunahme an krankhaftem Übergewicht bis 2015 zu stoppen.