Mehrheit der Österreicher lehnt NATO-Beitritt ab
Eine klare Mehrheit der Österreicher befürwortet eine stärkere Zusammenarbeit in der EU-Sicherheitspolitik, lehnt aber einen NATO-Beitritt ab. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE) hervor.
Eine klare Mehrheit der Österreicher befürwortet eine stärkere Zusammenarbeit in der EU-Sicherheitspolitik, lehnt aber einen NATO-Beitritt ab. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE) hervor.
Würde aktuell in Österreich ein Referendum über die NATO-Mitgliedschaft abgehalten, wären sechs von zehn Befragten dagegen und zwei von zehn dafür. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE).
Die Umfrage wurde vom 11. bis 13. April online unter 1.000 Befragten in ganz Österreich durchgeführt.
Für einen Verbleib des Landes in der Europäischen Union sprechen sich derweil rund zwei Drittel (68 Prozent) aus.
„Skepsis und Verunsicherung nehmen zwar zu, aber die grundsätzliche Unterstützung der EU-Mitgliedschaft steht in Österreich, gerade in Krisenzeiten, außer Frage“, analysierte ÖGfE-Generalsekretär Paul Schmidt die Ergebnisse der Umfrage in einer Stellungnahme.
„Die Bevölkerung sagt auch Ja zu stärkerer europäischer Zusammenarbeit in Sicherheit und Verteidigung, während hingegen ein NATO-Beitritt dezidiert abgelehnt wird“, fügte er hinzu.
In den letzten drei Jahren ist die Meinung zur NATO-Beitrittsfrage mehr oder weniger konstant geblieben – ungeachtet des russischen Angriffs auf die Ukraine.
Zwei Drittel sprechen sich jedoch für eine Intensivierung der Zusammenarbeit der EU-Mitgliedstaaten in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik aus. Zwanzig Prozent sind der gegenteiligen Meinung.
Etwa die Hälfte der Befragten hält es für „sehr wichtig“ oder „eher wichtig“, dass die EU und ihre Mitgliedstaaten die Ukraine weiterhin in ihrem Kampf gegen den russischen Angriff unterstützen.
„Die EU-Mitgliedschaft wird jedenfalls nicht als Widerspruch zur Neutralität betrachtet und ein stärkeres, unabhängiges Europa in der Welt grundsätzlich befürwortet“, sagte Schmidt.
In Österreich wurde die Debatte über die militärische Neutralität des Landes im Februar neu entfacht, nachdem neunzig Experten und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in einem offenen Brief eine Neuausrichtung der österreichischen Sicherheitspolitik forderten und kritisierten, dass das sich das Land mit Verweis auf die Neutralität aus der militärischen Unterstützung für die Ukraine heraushält.