Merkel in Startposition für Sieg bei der Septemberwahl [DE]

Amtsinhaberin Kanzlerin Angela Merkel ist in der Startposition, Deutschlands nächsten Monat stattfindende Wahl zu gewinnen nachdem ihre CDU und deren Schwesterpartei CSU die dritte Woche in Folge in den Umfragen obenauf liegen, wohingegen die Beliebtheit ihrer Hauptkonkurrenten, den Sozialdemokraten, auf einen ihrer niedrigsten Umfragewerte seit dem Ende des II. Weltkriegs gefallen ist.

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Amtsinhaberin Kanzlerin Angela Merkel ist in der Startposition, Deutschlands nächsten Monat stattfindende Wahl zu gewinnen nachdem ihre CDU und deren Schwesterpartei CSU die dritte Woche in Folge in den Umfragen obenauf liegen, wohingegen die Beliebtheit ihrer Hauptkonkurrenten, den Sozialdemokraten, auf einen ihrer niedrigsten Umfragewerte seit dem Ende des II. Weltkriegs gefallen ist.

Nach der letzten wöchentlichen Forsa-Umfrage  für das Nachrichtenmagazin “Der Stern” und den Fernsehsender RTL könnten Merkels’ Chrisdemokraten und die unternehmerfreundliche FDP genügend Wählerstimmen bei der Wahl am 27. September zur Bildung einer neuen Regierung gewinnen.

Obwohl die Unterstützung für die CDU/CSU um einen Prozentpunkt auf 37 Prozent fie list das Lager weit vor Merkels’ Koalitionspartner und Haupherausforderer, Außenminister Frank-Walter Steinmeiers’ Sozialdemokraten, die bei 22 Prozent stehen.

Unterstützung für die liberale FDP bleibt unverändert bei 13 Prozent sowie für die Grünen, der bevorzugte Partner der SPD, welche bei 12 Prozent lagen, zeigte die Umfrage.

Steinmeier litt unter einem Rückschlag im vergangenen Monat, als ein Ministerdienstwagen während eines Urlaubs in Südeuropa gestohlen wurde. Die sozialdemokratische Gesundheitsministerin Ulla Schmidt hatte ihren Dienstwagen und Fahrer in den Urlaub nach Spanien mitgenommen, was die SPD dazu brachte, die Politikerin in der Folge öffentlichen Aufruhrs aus ihrer Wahlkampagne auszulassen.

Bei den Bundestagswahlen 2005 holte die SPD 34,2 Prozent der Wählerstimmen, wohingegen die CDU 27,8 Prozent der Stimmen gewann, die CSU 7,4 Prozent, die Grünen 8,1 Prozent, die Linke 8,7 Prozent und die Freidemokraten 9,8 Prozent. Seitdem wurde Deutschland von einer „Großen Koalition“ regiert, die sich aus CDU, CSU und SPD zusammensetzt und von Merkel geführt wird.

Inzwischen versuchen deutsche Politiker angestrengt eine Wahlkampagne im US-Stil anzustoßen, die das Internet einbezieht und mit informelleren öffentlichen Veranstaltungen experimentiert.

Aber Strategen sagen die neuen Medienformate, die Obama so erfolgreich in seiner Bewerbung um die Präsidentschaft benutzt hat, haben die Schwächen der führenden Politiker Deutschlands herausgestellt, fehlendes Charisma und eine fehlende klare politische Botschaft mit eingeschlossen.

„Nachdem sie Obama gesehen haben, haben die deutschen Parteien das Internet entdeckt, aber sie haben vergessen, dass es nicht für alles herhalten kann“, sagte Manfred Güllner, Chef des Forsa-Meinungsforschungsinistituts in einem Interview mit Reuters.

Obama hat nicht wegen des Internets gewonnen. Er hat gewonnen, weil er Obama war und eine klare Botschaft bereithielt. Weder Kanzlerin Angela Merkel, noch ihr sozialdemokratischer Herausforderer Frank-Walter Steinmeier ist ein Obama“, fügte er hinzu.

Obwohl Merkel die Liste der mächtigsten Frauen im Magazin „Forbes“ anführt, und dies im vierten Jahr als Folge, scheint sie nicht junge web-schlaue Wähler wachgerüttelt zu haben.

Beide Kandidaten verwenden Blogs und soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter um Wähler zu werben und beide sind in TV-Sendung im US-Format erschienen, aber keine Partei hat mit diesem neuen Ansatz Punkte gemacht, sagen Experten. 

Das Szenario könnte sich ändern je näher die Wahlen rücken und beide Kandidaten nächsten Monat in einer TV-Debatte aufeinander treffen werden. 

(EURACTIV Deutschland hat zu diesem Artikel beigetragen)