Microsoft warnt vor mangelnden IKT-Fähigkeiten [DE]

Millionen von Europäern könnten in etwa fünf Jahren wegen fehlender IKT-Kenntnisse vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen sein, so ein neuer Bericht, nach dem 90% aller Arbeitsplätze Computerkenntnisse voraussetzen werden.

Millionen von Europäern könnten in etwa fünf Jahren wegen fehlender IKT-Kenntnisse vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen sein, so ein neuer Bericht, nach dem 90% aller Arbeitsplätze Computerkenntnisse voraussetzen werden.

Die große Mehrheit der freien Stellen in fast allen Sektoren wird bis spätestens 2015 EDV-Kenntnisse als Minimalanforderung verlangen. Dies führt zu Befürchtungen, dass diejenigen, die in der jetzigen Rezession ihre Arbeit verlieren, dauerhaft nicht beschäftigungsfähig sein werden.

Die gestern (1. Dezember) veröffentlichte Studie 13 europäischer Länder, von Microsoft finanziell unterstützt und vom Marktforschungsunternehmen IDC ausgeführt, stellte fest, dass 58% der Angestellten glauben, der Bildungssektor tue nicht genug, um junge Menschen auf die moderne Arbeitswelt vorzubereiten.

Fortbildungen für fortgeschrittene IKT-Kenntnisse werden in den nächsten drei bis fünf Jahren laut Bericht stark steigen. Der Bericht betont ebenfalls die Wichtigkeit von Abschlüssen für IKT-Fachkräfte.

Außerdem wird laut Bericht die Mehrheit der Arbeitnehmer ihre Fähigkeiten verbessern und auf den neuesten Stand bringen müssen, wenn sie Technologie zur Produktivitätssteigerung nutzen sollen.

Betriebliche Ausbildung möglicherweise nicht ausreichend

Laut Marianne Kolding, IDC-Vizepräsidentin für Forschungen zu europäischen Dienstleistungen, erfordert ein hoher Anteil der Arbeitsplätze in Mittel- und Osteuropa zurzeit überhaupt keine IKT-Fähigkeiten. Jedoch würden diese Länder innerhalb der nächsten fünf Jahre zu Westeuropa aufschließen.

Dies zeigt laut Kolding die Notwendigkeit für eine Weiterbildung der Arbeitnehmer auf. Allerdings sei sie über den wahren Wert von Weiterbildung vor Ort und in den Betrieben selbst skeptisch. Professionelle Pädagogen seien besser aufgestellt, um neue Fertigkeiten zu lehren.

Sie fügte hinzu, dass die jüngere Generation zwar im Umgang mit benutzerfreundlichen Geräten versiert sei, dass sie aber kein grundlegendes Verständnis über die Funktionsweise dieser Technologien habe.

Es gibt auch bedeutende Befürchtungen, dass der Wettbewerb durch asiatische Schwellenländer den hoch qualifizierten Bereich des europäischen IKT-Sektors ernstlichem Druck aussetzen wird, da Indien und China ein hohes Volumen an Ingenieurabsolventen produzieren.

„IKT-Absolventen müssen mit einem stärkeren Wirtschaftsverständnis und stärkeren Soft Skills in die Arbeitswelt eintreten sowie über Kenntnisse über führende Technologien wie Cloud Computing und Web 2.0 verfügen”, so Kolding.

Die Untersuchung beruht auf Interviews mit Unternehmensleitern in mehreren Sektoren und einer internetbasierten Umfrage von fast 1.400 Arbeitgebern in Europa. Die Teilnehmer stammten vor allem aus Organisationen mit weniger als 500 Mitarbeitern.