Mitteleuropa Vorreiter bei EU-Taiwan-Beziehungen

Die mitteleuropäischen Länder spielen eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung der Beziehungen zwischen der EU und Taiwan: 60 Prozent aller Interaktionen zwischen taiwanesischen und EU-Akteuren machen sie laut einem neuen Bericht aus.

EURACTIV.sk
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Die mitteleuropäischen Länder spielen eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung der Beziehungen zwischen der EU und Taiwan, da sie 60 Prozent aller Interaktionen zwischen EU- und taiwanesischen Akteuren ausmachen, heißt es in einem neuen Bericht des Central European Institute for Asian Studies (CEIAS). [Shutterstock/esfera]

Die mitteleuropäischen Länder spielen eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung der Beziehungen zwischen der EU und Taiwan: 60 Prozent aller Interaktionen zwischen taiwanesischen und EU-Akteuren machen sie laut einem neuen Bericht aus.

Von 2019 bis 2022 stiegen laut dem vom Central European Institute for Asian Studies (CEIAS) veröffentlichten Bericht die Aktivitäten der EU mit Bezug auf Taiwan von 23 aufgezeichneten Interaktionen – Fälle des Engagements in den Bereichen Regierung, Parlament, Cybersicherheit, Wirtschaft, Menschenrechte und Hilfe sowie gegenseitige Besuche – auf 167 an.

Der größte Teil dieses Anstiegs ist auf Aktivitäten in Litauen, der Slowakei, Tschechien und Polen zurückzuführen, wobei Litauen und die Slowakei mehr Beziehungen zu Taiwan unterhalten als größere Länder wie Frankreich und Deutschland.

Laut Matej Šimalčík, einem der Herausgeber des Berichts, gibt es drei Hauptgründe für das gestiegene Interesse der mittel- und osteuropäischen Ländern an einer Zusammenarbeit mit Taiwan.

Dazu gehörten der Aufstieg China-kritischer Politiker, unerfüllte Erwartungen gegenüber China sowie neue Geschäftsmöglichkeiten.

„Viele mittel- und osteuropäische Länder leiden unter einer Erwartungsmüdigkeit in Bezug auf China, weshalb sie ihre Zusammenarbeit mit Ostasien ausweiten und nach neuen Partnern in der Region suchen, darunter auch Taiwan“, so Šimalčík.

„Taiwan wird von den mittel- und osteuropäischen Ländern als hoch entwickeltes Land anerkannt, das potenziell eine neue Investitionswelle in der Region auslösen kann, insbesondere in Hightech-Industrien wie der Halbleiterindustrie“, fügte er hinzu.

In den mittel- und osteuropäischen Ländern erfolgt die Zusammenarbeit mit Taiwan laut dem Bericht eher über die Parlamente als über die Regierung. Doch auch in anderen Ländern sei in Bezug auf Taiwan ein ähnlicher Trend zu beobachten, da Abgeordnete in ihren Aktivitäten weniger eingeschränkt seien als Regierungsmitglieder.