Nach Empörung: China erkennt Souveränität von Ex-Sowjetstaaten doch an
China hat am Montag erklärt, dass es die Souveränität aller ehemaligen Sowjetrepubliken respektiert und damit die Äußerungen eines chinesischen Botschafters in Frankreich zurückgenommen, welcher die Souveränität in Frage gestellt hatte.
China hat am Montag erklärt, dass es die Souveränität aller ehemaligen Sowjetrepubliken respektiert und damit die Äußerungen des chinesischen Botschafters in Frankreich zurückgenommen. Dieser hatte die Souveränität der postsowjetischen Staaten zuletzt angezweifelt.
„China respektiert den souveränen Status der teilnehmenden Republiken nach der Auflösung der Sowjetunion“, sagte die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Mao Ning, gegenüber Reportern.
Der chinesische Botschafter in Frankreich, Lu Shaye, hatte in Europa Empörung ausgelöst, als er behauptete, die Länder der ehemaligen Sowjetunion hätten de facto keinen Status nach internationalem Recht. Der Diplomat äußerte sich auch zweideutig über den rechtlichen Status der Krim.
Im französischen Nachrichtensender LCI sagte Lu am Freitag, die Länder der ehemaligen Sowjetunion hätten „keinen effektiven Status nach internationalem Recht, weil es kein internationales Abkommen gibt, das ihren Status als souveräne Nationen bestätigt.“
Mao Ning sagte am Montag vor Reportern: „China respektiert die Souveränität, Unabhängigkeit und territoriale Integrität aller Länder und hält sich an die Ziele und Prinzipien der UN-Charta.“
„Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion war China eines der ersten Länder, das diplomatische Beziehungen zu den betreffenden Ländern aufgenommen hat“, fügte sie hinzu.
Unterdessen berichtete Bloomberg am Montag, dass die chinesische Botschaft in Frankreich die Abschrift eines umstrittenen Interviews entfernt hat, in dem ihr Botschafter den Status der ehemaligen Sowjetstaaten in Frage gestellt hatte.
Am Montagmorgen hatte die Botschaft zunächst die vollständigen Äußerungen des Botschafters auf Chinesisch und Französisch auf ihrem offiziellen WeChat-Konto veröffentlicht. Bis zum Mittag Pekinger Zeit wurden sie jedoch wieder entfernt und die Links zeigten an, dass der Inhalt vom Autor gelöscht worden war. Das Interview wurde auch nicht auf der offiziellen Website der Botschaft veröffentlicht.
Am späten Samstagabend gab das französische Außenministerium eine Erklärung ab, in der es sich über die Aussagen des chinesischen Botschafters verwundert zeigte.
Die drei baltischen Staaten hatten nach den umstrittenen Aussagen den jeweiligen chinesischen Botschafter in ihren Ländern einbestellt.