Nach Explosionen: Schweden startet Spezialoperation gegen ausartende Bandengewalt
Nachdem Stockholm am Montag von zwei Explosionen erschüttert wurde, hat die schwedische Polizei eine nationale Initiative zur Bekämpfung der dramatisch gestiegenen Gewalt durch kriminelle Banden gestartet.
Nachdem Stockholm am Montag von zwei Explosionen erschüttert wurde, hat die schwedische Polizei eine nationale Initiative zur Bekämpfung der dramatisch gestiegenen Gewalt durch kriminelle Banden gestartet.
Allein im September waren 11 Menschen bei Schießereien getötet worden. Damit war dies der Monat mit den meisten Todesopfern durch Waffengewalt in Schweden seit fast vier Jahren.
Vor diesem Hintergrund hat die schwedische Polizei eine nationale Spezialoperation gestartet, wie der schwedische Fernsehsender SVT Nyheter am Montag berichtete.
„Das Ziel ist eine bessere Koordinierung bei Explosionen und Schießereien“, sagte Per Engström, Polizeichef der nationalen Einsatzleitung, gegenüber der Presse.
Aufgrund der großen Anzahl an Gewalttaten, die sich vor allem auf die Regionen Stockholm und Uppsala konzentrieren, hat die Polizei bereits eine Spezialoperation auf regionaler Ebene gestartet.
Die nationale Einsatzleitung hat diese Arbeit nun in eine neue nationale Sonderaktion gegen bandenmäßige Schießereien und Explosionen überführt.
„Wir arbeiten derzeit daran, uns in diesem neuen Kontext zu organisieren“, so Engström.
Laut Engström geht es dabei um die Zuweisung von Ressourcen, die Koordinierung der Polizeiarbeit und die Zusammenarbeit mit anderen Behörden, einschließlich der schwedischen Streitkräfte.
„Vor einigen Tagen haben wir die Form der Verwaltung in eine nationale Sonderoperation umgewandelt, was für den Polizeivorstand eine Möglichkeit ist, unsere Arbeit zu organisieren und bedeutet, dass wir die Verwaltung straffen und die Fähigkeiten der Polizei auf das konzentrieren und umverteilen können, was und wo sie am meisten gebraucht werden“, erklärte das Medienzentrum der Polizei gegenüber der Presse.
Ministerpräsident Ulf Kristersson hatte letzte Woche angekündigt, dass die schwedischen Streitkräfte die Polizei bei ihrer Arbeit gegen kriminelle Banden unterstützen würden.
„Schweden hat so etwas noch nie erlebt. Kein anderes Land in Europa hat so etwas erlebt“, sagte Kristersson in einer Rede an die Nation.
Er machte eine „unverantwortliche Einwanderungspolitik und gescheiterte Integration“ für die derzeitige Situation verantwortlich.
Dies war eines der zentralen Themen von Kristerssons bürgerlich-konservativer Moderater Sammlungspartei im Wahlkampf des letzten Jahres gewesen. Die Partei war in Folge der Wahl von der Opposition in die Regierung aufgestiegen.