NATO verstärkt Präsenz vor Russlands Arktisküste

Vier NATO-Staaten haben in der Arktis Marineübungen gestartet – Teil einer größeren Patrouillenmission im Hohen Norden, so das Bündnis.

EURACTIV.com
[NATO MARCOM]

Vier NATO-Staaten haben in arktischen Gewässern gemeinsame Marineübungen durchgeführt. Die Manöver sind Teil einer größeren Operation zur Patrouille im Hohen Norden, wie das maritime Kommando des Bündnisses am Montag mitteilte.

An den Übungen vor der Nordküste Norwegens und im Hohen Norden beteiligten sich Schiffe aus den Niederlanden, Norwegen, Portugal und Deutschland. Ziel sei es, „die Fähigkeit des Bündnisses zur Zusammenarbeit zu demonstrieren“, erklärte das Allied Maritime Command (MARCOM) der NATO.

Die Drills sind Teil einer bereits in der vergangenen Woche angekündigten breiteren Einsatzserie vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen zwischen NATO und Russland.

Bei der Mission geht es auch um die Sicherung von Seewegen und der Überwachung unterseeischer Aktivitäten in der Arktis – einer strategisch bedeutenden Region mit kritischer Infrastruktur, darunter Unterseekabel, die das europäische Festland mit dem norwegischen Svalbard-Archipel verbinden.

Zwar überwacht die NATO die Gewässer Nordeuropas regelmäßig, doch wird die Aufklärung und Ausbildung in der Region in bestimmten Abständen verstärkt.

Ziel sei es, „das Verständnis des Bündnisses für die maritime Umgebung zu vertiefen, den Informationsaustausch zu verbessern und Navigationsmanöver zu trainieren“, erklärte NATO-Sprecher Commander Arlo Abrahamson gegenüber Euractiv.

Der Einsatz erfolgte kurz bevor US-Präsident Donald Trump vergangene Woche die Entsendung zweier nuklearer U-Boote anordnete – ein Schritt, den Beobachter als außergewöhnliche Eskalation in den Beziehungen zu Russland werten. Unklar ist, ob es sich um nuklearbetriebene oder nuklear bewaffnete U-Boote handelt und wohin diese verlegt wurden.

Bereits Anfang des Jahres hatten mehrere Mitglieder des westlichen Militärbündnisses eine Operation mit Drohnen in der Ostsee durchgeführt, nachdem die Zahl der Vorfälle gegen Unterseekabel in der Region zugenommen hatte.

(de)