Niederlande wollen Wasserstoff-Partnerschaft mit Namibia

Eine verstärkte Zusammenarbeit im Bereich des grünen Wasserstoffs sowie der Dialog über den Krieg in der Ukraine waren die Hauptthemen des Besuchs des niederländischem Ministerpräsidenten Mark Rutte (VVD/Renew) in Namibia am Montag.

Euractiv.com
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Gemeinsam mit der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen besuchte Rutte den südwestafrikanischen Staat und traf mit der namibischen Delegation unter Präsident Hage Geingob zusammen, begleitet von einer Delegation von Wirtschaftsvertretern. [Shutterstock/Scharfsinn]

Eine verstärkte Zusammenarbeit im Bereich des grünen Wasserstoffs sowie der Dialog über den Krieg in der Ukraine waren die Hauptthemen des Besuchs des niederländischem Ministerpräsidenten Mark Rutte (VVD/Renew) in Namibia am Montag. Dabei ging es auch um Lieferungen grüner Gase nach Deutschland

Gemeinsam mit der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen besuchte Rutte den südwestafrikanischen Staat und traf mit der namibischen Delegation unter Präsident Hage Geingob zusammen, begleitet von einer Delegation von Wirtschaftsvertretern.

„Der Krieg in der Ukraine und die daraus resultierende Energiekrise haben […] vor allem uns in Europa eine harte, aber klare Lektion erteilt: Wir müssen mehr tun, um uns auf die grüne Zukunft vorzubereiten“, erklärte Rutte vor der Presse.

„Wenn es darum geht, einen [grünen Wasserstoff-]Versorgungskorridor im südlichen Afrika aufzubauen, gibt es keinen besseren Partner […] als Namibia“, fügte er hinzu.

Die drei Länder besprachen die Möglichkeit, in Namibia in strategische Infrastrukturen wie Häfen und Entsalzungsanlagen zu investieren, um grünen Wasserstoff, aber auch Ammoniak, Zink, Phosphat oder Mangan zu produzieren und nach Europa zu exportieren. Die Infrastruktur würde vor allem entlang der namibischen Küste entstehen.

Die Gespräche folgten auf ein gemeinsames 10-Milliarden-Dollar-Projekt des namibischen Unternehmens Hyphen Hydrogen Energy und der Regierung des Landes. Nach seiner Fertigstellung soll grüner Wasserstoff nach Europa exportiert werden.

„Die Niederländer werden viele dieser Moleküle aus der ganzen Welt erhalten und sie dann nach Deutschland transportieren. Daher sind [das Gasunternehmen] Gasunie und der Hafen von Rotterdam sehr strategische Partner, mit denen wir zusammenarbeiten können“, erklärte der namibische Beauftragte für grünen Wasserstoff, James Mnyupe. Er fügte hinzu, dass Namibia versuche, „neue Wachstumsmotoren einzuführen.“

Außerdem wurde eine Vereinbarung unterzeichnet, die darauf abzielt, die Reisebedingungen für Inhaber von Diplomatenpässen zu vereinfachen und die Rückkehr illegaler Migranten aus den Niederlanden und Dänemark nach Namibia zu erleichtern.

Ukraine-Krieg

Der Krieg in der Ukraine stand ebenfalls auf der Tagesordnung, nur wenige Tage nachdem eine afrikanische Delegation Russland besucht hatte, um Präsident Wladimir Putin zur Einstellung der Kriegshandlungen zu bewegen.  

„Wir haben auch ausführlich über den Krieg in der Ukraine gesprochen. Ich denke, es ist wichtig, diesen Dialog mit Ländern außerhalb Europas und der NATO zu führen, um herauszufinden, wie wir die internationale Rechtsordnung schützen können“, erklärte Rutte.

„Wenn wir eine globale Situation mit Problemen haben, trifft es uns hier in Afrika immer am härtesten. […] Ich denke, wir müssen enger zusammenarbeiten, und zwar auf eine neue Weise“, fügte Frederiksen hinzu.

Namibia war die erste Station des dreitägigen Afrika-Besuchs des niederländischen Ministerpräsidentin, der zusammen mit seiner dänischen Amtskollegin auch Südafrika und Marokko besuchen wird.