Österreich, Kroatien und Bayern arbeiten an gemeinsamem Gasprojekt

Österreich, Kroatien und Bayern haben bei einem Besuch des österreichischen Bundeskanzlers Karl Nehammer und des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder in Kroatiens Flüssiggasterminal in der nördlichen Adria eine energiepolitische Partnerschaft angekündigt.

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Österreich und Bayern, die von russischem Gas abhängig und stark miteinander verbunden sind, haben die Partnerschaft unterzeichnet, um ihre gemeinsame Abhängigkeit zu verringern und Importe von den globalen Gasmärkten zu ermöglichen. [Shutterstock/Igor Grochev]

Österreich, Kroatien und Bayern haben bei einem Besuch des österreichischen Bundeskanzlers Karl Nehammer und des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder in Kroatiens Flüssiggasterminal in der nördlichen Adria eine energiepolitische Partnerschaft angekündigt.

Österreich und Bayern, die von russischem Gas abhängig und stark miteinander verbunden sind, wollen mit dem Abkommen ihre gemeinsame Abhängigkeit von russischem Gas verringern und Importe von den globalen Gasmärkten ermöglichen.

„Die aktuellen Herausforderungen im Energiebereich erinnern uns daran, dass wir auf europäischer Ebene noch enger und koordinierter zusammenarbeiten müssen, um unsere Widerstandsfähigkeit zu erhöhen“, sagte Nehammer am Donnerstag bei seinem Besuch auf Krk.

Das LNG-Terminal auf Krk kann Gas aus Ländern wie Katar und den USA regasifizieren, das dort verflüssigt und verschifft wird.

Mit einer jährlichen Kapazität von drei Milliarden Kubikmetern (bcm) wird die Kapazität des Terminals auf mehr als sechs bcm verdoppelt, erklärte Kroatiens Präsident Andrej Plenkovic.

Österreich importierte im Jahr 2021 rund sieben Milliarden Kubikmeter Gas aus Russland.

„Für die langfristige Energieversorgung Bayerns schauen wir auch in den Süden. Das Ziel ist eine Pipeline für zwei Stoffe – Gas jetzt, Wasserstoff in Zukunft“, erklärte Söder.

Nehammer und Söder bekräftigten auch ihre Entschlossenheit, sich für eine EU-Finanzierung des Projekts einzusetzen. Sie erklärten, dass bestehende Rahmenprogramme wie die Fazilität „Connecting Europe“ (CEF) und REPowerEU – der Plan der EU, von Russland unabhängig zu werden – Mittel bereitstellen könnten.

Derweil sagte Plenković, dass die drei Regierungen ein gemeinsames Gremium bilden würden, um weitere Modelle der Zusammenarbeit im Energiebereich zu erörtern, Gaspipelines zu bauen und die Kapazität des schwimmenden LNG-Terminals Kroatiens auf der nördlichen Adriainsel Krk zu erhöhen, wie die Zeitung Jutarnji List berichtete.

„Im Geiste der europäischen Solidarität wünschen wir uns, dass die kroatischen Gas- und Ölpipelines auch den Nachbarländern zugutekommen. Diese Initiative in Richtung Slowenien, Ungarn, Bosnien, Deutschland und Österreich stellt eine Konkretisierung der von unseren Expert:innen entworfenen Pläne dar“, so Plenković.

„In Kroatien müssen wir nicht nur zu unserer eigenen Energiesicherheit beitragen, sondern auch zu jener der Nachbarländer, einschließlich Deutschlands und Österreichs“, fügte er hinzu.

Kroatien habe beschlossen, die Kapazität des LNG-Terminals auf der Insel Krk von 2,9 auf 6,1 Milliarden Kubikmeter Gas zu erhöhen, was dem doppelten Jahresbedarf der kroatischen Privathaushalte und der Industrie zusammen entspreche, fügte der Premierminister hinzu.

„Die Idee ist, in gemeinsamen Gesprächen Prioritäten zu setzen“, sagte er und erklärte, dass das Ziel dann darin bestehe, dass die drei Regierungen gemeinsam eine Kofinanzierung solcher Projekte bei der Europäischen Kommission beantragen.

Plenković hatte im Mai erklärt, dass Kroatien eine „Energiedrehscheibe in der nördlichen Adria“ für Mitteleuropa werden könnte, während Kontinent versuche, sich von russischer Energie abzukoppeln, vor allem mithilfe des LNG-Terminals.