5G-Pläne in Paris nehmen Gestalt an
Dem Stadtrat von Paris wird Anfang März eine neue "Mobilfunk-Charta" vorgelegt. Diese soll den Einsatz von 5G in der gesamten französischen Hauptstadt ermöglichen. EURACTIV Frankreich berichtet.
Dem Stadtrat von Paris wird Anfang März eine neue „Mobilfunk-Charta“ vorgelegt. Diese soll den Einsatz von 5G in der gesamten französischen Hauptstadt ermöglichen. EURACTIV Frankreich berichtet.
Die Stadt Paris und die Mobilfunkbetreiber Bouygues Telecom, Free Mobile, Orange und SFR haben in der vergangenen Woche eine Vereinbarung unterzeichnet, die den Weg für den kommerziellen Start der 5G-Technologie in Paris ebnen soll.
Die Vereinbarung, die die Form einer neuen „Pariser Mobilfunk-Charta“ annehmen wird, basiert auf 21 Empfehlungen, die dem Pariser Stadtrat im Dezember von einer städtischen Bürgerkonferenz zum Thema 5G vorgelegt wurden.
Die Aktualisierung der ursprünglichen Charta aus dem Jahr 2003 zielt darauf ab, „ihren transparenten und schützenden Rahmen zu bewahren und ihr eine breitere Rolle bei der Überwachung der Auswirkungen des Mobilfunks zu geben“, heißt es in einer Presseerklärung.
Kommunalbeamte, Betreiber, Verbraucherverbände und nationale Agenturen, wie die Regulierungsbehörde für elektronische Kommunikation, Post und Pressevertrieb (ARCEP) sowie die Datenaufsichtsbehörde des Landes (CNIL) wurden im Rahmen des Verfahrens angehört, um „Licht in die Debatte zu bringen und alle Dimensionen dieses technologischen Übergangs zu berücksichtigen“, heißt es in der Erklärung weiter.
Eine zusätzliche „Mobilfunk-Beobachtungsstelle“ werde ebenfalls eingerichtet, um „die Einhaltung der Charta zu überwachen und die Maßnahmen zu verfolgen, die als Reaktion auf die Empfehlungen der Bürgerkonferenz ergriffen wurden“, teilte die Stadtverwaltung mit. Das Gremium werde des Weiteren „den Wissensstand über die Mobiltelefonie und die Fragen im Zusammenhang mit kommenden technologischen Entwicklungen angehen und mitteilen.“
Von der zwischen der Stadt und den Betreibern unterzeichneten Vereinbarung erwartet man sich nun einige „bedeutende Fortschritte“ – auch mit Blick auf den Umwelt- sowie den Datenschutz.
Die Betreiber haben sich unter anderem verpflichtet, flächendeckend Sammelstellen für das Recycling von Altgeräten einzurichten und die städtische Politik der Kreislaufwirtschaft zu unterstützen. Außerdem haben sie bekräftigt, dass sie „ihre Verpflichtungen in Bezug auf den Schutz personenbezogener Daten strikt einhalten“ und sich für eine stärkere digitale Inklusion einsetzen, während sie gleichzeitig eine „verantwortungsbewusste Nutzung“ der Technik sowie „digitale Enthaltsamkeit“ fördern.
Die Stadt und die diversen Betreiber erklärten außerdem, dass sie sicherstellen wollen, dass „die von der ADEME [Frankreichs Agentur für den ökologischen Wandel] und der ARCEP vorgeschlagenen Methoden zur Überwachung der Umweltauswirkungen des Mobilfunks“ im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens angewendet werden.
Fast 10.000 5G-Standorte sind derzeit in Frankreich installiert, von denen nach Angaben der ARCEP bereits 1.600 für die kommerzielle Nutzung freigegeben sind.
[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic]