Pisa-Studie: Zehn EU-Länder schneiden im Bildungsbereich besser ab als USA
Aus der jüngsten PISA-Studie geht hervor, dass die Unterschiede zwischen den OECD-Ländern in den Schulleistungen größer werden. Finnland führt die Rangliste erneut an.
Aus der jüngsten PISA-Studie geht hervor, dass die
Unterschiede zwischen den OECD-Ländern in den
Schulleistungen größer werden. Finnland führt die
Rangliste erneut an.
Finnland, das bei der letzten PISA-Studie (‚Programme for
International Student Assessment‘) bereits in Führung lag, ist es
gelungen, seine Spitzenposition weiter auszubauen. In der 2003
durchgeführten Studie, die die Lernfähigkeiten von 15-Jährigen in
41 Ländern untersuchte, liegt das Land sogar vor den führenden
asiatischen Ländern Hong Kong, Japan und Korea.
Der Schwerpunkt der jüngsten Studie lag auf Mathematik sowie auf
der Fähigkeit von Schülern, Modelle für lebensnahe Situationen zu
entwickeln und umzusetzen. Ebenfalls untersucht wurden die
Fähigkeit, Alltagsprobleme zu lösen, das Wissen der Schüler im
Bereich der Naturwissenschaften und ihre Lesefähigkeit. In allen
Bereichen behauptete oder verbesserte sich Finnland im Vergleich zu
seiner Platzierung im Jahr 2000. Die Niederländer schafften es im
Mathematikbereich unter die ersten Fünf.
Während wohlhabendere Länder in der Regel besser abschneiden als
ärmere, geht aus dem Bericht ebenfalls hervor, dass
Bildungsausgaben allein nicht automatisch zu besseren schulischen
Leistungen führen. Vielen Ländern, wie Belgien, der Tschechischen
Republik, Finnland und den Niederlanden, ist es gelungen, mit
relativ niedrigen Budgets effiziente Bildungssysteme aufzubauen.
Viele Länder, wie etwa die USA, die weit mehr für die Bildung
ausgeben, schneiden schlechter ab.
Seit der letzten Studie, die im Jahr 2000 durchgeführt wurde,
ist es einigen Ländern, darunter Belgien, der Tschechischen
Republik, Deutschland und Polen, gelungen, ihre Platzierungen zu
verbessern. Während die europäischen Länder im Allgemeinen um oder
über dem OECD-Durchschnitt liegen (mit Ausnahme Griechenlands,
Italiens, Portugals und Lettlands), lagen die Leistungen in den USA
in der Mathematik, bei der Lösung von Alltagsproblemen unter dem
Durchschnitt. Die Ergebnisse in der Lesefähigkeit und den
Naturwissenschaften waren immerhin durchschnittlich.
Der Bericht deutet daraufhin, dass ein enger Zusammenhang
zwischen der Qualität der Bildungssysteme und der
Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskapazität der einzelnen Länder
besteht.
(siehe EURACTIV 15 Oktober 2004).