Die portugiesische Staatsanwaltschaft untersucht einen Cyberangriff auf den Generalstab der Streitkräfte, bei dem geheime NATO-Dokumente entwendet und im ‚Dark Web‘ – auch bekannt als ‚dunkles Netz‘ – zum Verkauf angeboten wurden, erklärte die Generalstaatsanwaltschaft am Dienstag.
„Die Einleitung von Ermittlungen ist bestätigt. Sie werden von der Staatsanwaltschaft der Zentralen Ermittlungs- und Strafverfolgungsbehörde (DCIAP) geleitet“, sagte die Generalstaatsanwaltschaft gegenüber EURACTIVs Medienpartner Lusa.
Nach Angaben der portugiesischen Zeitung Diário de Notícias wurde die Regierung letzte Woche von den US-Geheimdiensten über die Botschaft in Lissabon in Kenntnis gesetzt, und zwar durch eine Mitteilung, die Berichten zufolge im August direkt an Premierminister António Costa übermittelt wurde.
Dieselbe Zeitung erwähnte, dass dieser Fall als „äußerst ernst“ eingestuft wurde und dass US-Cyberspione „Hunderte von Dokumenten, die von der NATO nach Portugal geschickt wurden und als geheim und vertraulich eingestuft wurden, zum Verkauf im dunklen Netz entdeckt hatten.“
Das Verteidigungsministerium erklärte, es untersuche bereits „alle Anzeichen eines möglichen Verstoßes gegen die Computersicherheit“ und erklärte, aufgrund der „Sensibilität“ des Verfahrens sei ein weiterer Kommentar nicht angebracht.
In einer Erklärung teilte das Ministerium mit, dass die Ermittlungen vom Nationalen Sicherheitsbüro durchgeführt werden, „mit dem das Verteidigungsministerium und die Streitkräfte in enger Abstimmung zusammenarbeiten“.
Zu den Aufgaben des Nationalen Sicherheitsbüros gehören „die Gewährleistung der Sicherheit von Geheiminformationen im nationalen Rahmen und in internationalen Organisationen, denen Portugal angehört“ und die Ausübung „der Funktion der Akkreditierungsbehörde für natürliche oder juristische Personen für den Zugang zu und den Umgang mit Geheiminformationen.“