Prorussische Hacker verüben Cyberangriffe in Island
Es wird vermutet, dass pro-russische Hacker für einen Cyberangriff auf die Websites des isländischen Parlaments, des Kabinetts und Technologieunternehmen am Dienstag verantwortlich sind. Das Land kämpft damit, sich gegen solche Angriffe zu verteidigen.
Es wird vermutet, dass prorussische Hacker für einen Cyberangriff auf die Websites des isländischen Parlaments, des Kabinetts und Technologieunternehmen am Dienstag verantwortlich sind. Das Land kämpft damit, sich gegen solche Angriffe zu verteidigen.
Nach einer Reihe von Cyberangriffen waren die Websites des Parlaments und des Ministerrats am Dienstagmorgen nicht mehr erreichbar, so Guðmundur Arnar Sigmundsson, Direktor des Cybersicherheitsteams CERT-IS.
Guðmundar zufolge handelt es sich bei den Angriffen um sogenannte DDOS-Attacken. Sie ähneln denen, die im Vorfeld des Gipfels des Europarats in Reykjavík im vergangenen Monat auf öffentliche Websites verübt wurden, auch wenn sie nicht so umfangreich waren.
Bei DDOS-Angriffen werden Websites mit hohem Internetverkehr belastet, was zu deren Absturz führt. Solche Angriffe führen jedoch nicht zu dauerhaften Schäden an Computersystemen, und es sind keine Daten in Gefahr.
Die pro-russische Hackergruppe NoName057 hat sich im vergangenen Monat zu Cyberangriffen auf die isländische Regierung bekannt.
Auch die Website des Technologieunternehmens Advania wurde angegriffen. Nach Angaben des Unternehmens waren die Angriffe jedoch wirkungsvoll und besonders gut ausgeführt.
Guðmundur beschrieb, dass es schwierig sein könnte, sich gegen diese Angriffe zu verteidigen, da man zwischen legalem Internetverkehr und einem organisierten Angriff unterscheiden muss.
Dennoch gibt es sogenannte Abwehrmechanismen, die es den Betreibern von Websites ermöglichen, solche organisierten Angriffe abzuwehren. Diese müssen allerdings stets aktualisiert werden.
„Diese Abwehrsysteme müssen verstehen, was legaler Verkehr ist, das heißt eine normale Person, die versucht, auf eine Website zu gelangen, und was eine Ansammlung von illegalem Verkehr ist, bei dem es sich nur um Online-Bots handelt, die die Website überschwemmen“, erklärte Guðmundur. Er fügte hinzu, dass die Verantwortlichen für solche Angriffe wissen, wie die Abwehrsysteme funktionieren, und daher ständig neue Versionen testen.
„In einigen Fällen, wie jetzt und vor dem Gipfel, fangen die Abwehrsysteme dies nicht automatisch ab. Dann muss man reagieren und die Dinge wieder in Ordnung bringen“, fügte er hinzu.
[Bearbeitet von Kjeld Neubert/Oliver Noyan]