Proteste gegen Arbeitsmarktreformen in drei größten EU-Ländern verschärfen sich [DE]

In Frankreich, Deutschland und Großbritannien sind am 28. und 29. März Millionen Arbeitnehmer auf die Straße gegangen, um gegen Reformpläne ihrer Regierungen zu protestieren.

In Frankreich, Deutschland und Großbritannien sind am 28. und 29. März Millionen Arbeitnehmer auf die Straße gegangen, um gegen Reformpläne ihrer Regierungen zu protestieren.

In Frankreich sind drei Millionen Arbeitnehmer und Studenten auf die Straße gegangen, um gegen den neuen Arbeitsvertrag für junge Menschen unter 26 (contrat première embauche, CPE) zu protestieren, der den Kündigungsschutz in den zwei ersten Einstellungsjahren vollständig aufhebt. Arbeitnehmer würden nicht einmal mehr verpflichtet sein, Kündigungsgründe zu nennen. 

Und in Deutschland hat es in den letzten Wochen eine wahre Streikwelle gegeben, die größtenteils mit Lohnfragen zu tun hatte. Die Streiks fanden vor dem Hintergrund von Plänen der Regierung, das Renteneintrittsalter auf 67 anzuheben. 

Die schwarz-rote Regierung in Berlin erlebt zurzeit ihren ersten offenen internen Konflikt wegen der Umsetzung der im Koalitionsvertrag vereinbarten Lockerung des Kündigungsschutzes. Vorgesehen ist eine Ausdehnung der Probezeit auf zwei Jahre für sämtliche Arbeitnehmer. Beobachter gehen davon aus, dass die Regierung von Kanzlerin Merkel wegen dieser Pläne zunehmend unter Druck geraten könnte, sobald es eine stärkere öffentliche Debatte zu diesem Thema gibt. 

In Großbritannien haben 1,5 Millionen öffentliche Angestellte am 28. März 2006 gestreikt. Sie protestierten gegen eine Reform des Rentensystems, welche, so befürchten sie, zu mehr Altersarmut führen würde.