Putin sei noch nicht am Ziel, warnt Selenskyj in Rumänien
Die Sicherheit Europas stehe in der Ukraine auf dem Spiel, sagte Wolodymyr Selenskyj vor dem rumänischen Parlament. Er rief den Westen auf, sich gegen Russland zu vereinen, um einen "Völkermord in Europa" zu verhindern.
Die Sicherheit Europas stehe in der Ukraine auf dem Spiel, sagte Wolodymyr Selenskyj am Montagabend vor dem rumänischen Parlament. Er rief den Westen auf, sich gegen Russland zu vereinen, um einen „Völkermord in Europa“ zu verhindern.
„Die Ukraine ist nicht das letzte Ziel der russischen Aggression“, warnte Selenskyj die Mitglieder des rumänischen Parlaments in einer Videoansprache.
„Die russischen Besatzer wollen Nikolaev passieren, um Odessa zu besetzen. Von Odessa ist es nur ein Schritt nach Moldawien. Die russische Staatspropaganda erklärt seit langem, dass Moldawien ein Ziel für die russische Expansion ist“, warnte Selenskyj die Abgeordneten. Er fügte hinzu, es sei „grundlegend“, die Unabhängigkeit Moldawiens zu verteidigen.
„Das Schicksal ganz Mitteleuropas und der Schwarzmeerregion wird auf dem Territorium der Ukraine entschieden“, sagte Selenskyj. „Daher bedeutet die Verteidigung der ukrainischen Freiheit den Schutz der Sicherheit Europas.“
Der ukrainische Präsident begann seine Rede mit einer Präsentation von Bildern aus Butscha. Dort wurden nach Angaben der Kiewer Behörden Menschen gefoltert und brutal getötet.
Selenskyj sagte, es gebe Grund zu der Annahme, dass die Zahl der Opfer in Butscha höher sei als berichtet. Außerdem könnten in den kommenden Tagen weitere Massengräber entdeckt werden.
Er forderte weitere Sanktionen gegen Russland, dem „alle Ressourcen entzogen“ werden sollten.
„Sie müssen die Häfen für russische Schiffe schließen und den Warentransit von und nach Russland stoppen. Importieren Sie keine Energieressourcen aus Russland“, sagte Selenskyj den rumänischen Abgeordneten.
Er forderte auch mehr militärische Hilfe. Zugleich sei er sicher, dass die rumänische Regierung und Unternehmen beim Wiederaufbau der Ukraine helfen werden, sobald der Krieg vorbei sei.
Selenskyj dankte auch dem rumänischen Volk für die Hilfsbereitschaft gegenüber ukrainischen Flüchtlingen. Er sehe die gemeinsamen Erfahrungen der Unterstützung, des Respekts und der Freundlichkeit als eine starke Grundlage für engere Beziehungen zwischen den beiden Ländern.
„Wenn es die Umstände erlauben, möchte ich einen Dialog über den Schutz der rumänischen Gemeinschaften in der Ukraine und der ukrainischen Minderheit in Rumänien beginnen“, sagte Selenskyj. Er schloss seine Ansprache mit der Aussage, dass die europäische Familie die gemeinsame Zukunft beider Länder sei.